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Zusammen mit den knapp 10 Prozent am Unternehmen, die Wincor über eigene Aktien selbst hält, hat Diebold nun gut drei Viertel der Wincor-Anteile sicher. Foto: Bernd Thissen

US-Konzern Diebold kurz vor Übernahme von Wincor Nixdorf

Die bekannte deutsche Marke Wincor Nixdorf dürfte schon bald zu einem US-Konzern gehören. Der amerikanische Konkurrent Diebold hat die nötige Angebotsschwelle bei den Eigentümern des Geldautomatenbauers überschritten. Stimmen jetzt auch die Aufsichtsbehörden zu?

Paderborn/North Canton (dpa) - Die geplante Übernahme des Paderborner Geldautomaten-Herstellers Wincor Nixdorf durch den US-Konkurrenten Diebold hat eine entscheidende Hürde genommen.

Für 68,9 Prozent der Aktien war das offizielle Angebot bis zum Ende der Frist in der Nacht zum Mittwoch erfolgreich, wie Diebold am Donnerstag mitteilte. Damit wurde die von den Amerikanern festgesetzte Mindestquote von 67,6 Prozent knapp übertroffen.

Nun fehlten noch die Genehmigungen der Aufsichtsbehörden für den Zusammenschluss. Diebold gab sich zuversichtlich, die Übernahme in diesem Sommer abzuschließen.

Bis zuletzt war unklar gewesen, ob Diebold genügend Aktien angedient bekommt oder der im November vereinbarte Deal platzt. Wenige Stunden vor dem Ablauf der Frist hatte der Konzern aus dem US-Bundesstaat Ohio noch keine 50 Prozent der Anteilsscheine sicher.

Jedoch sind solche Schritte in letzter Minute bei vielen Übernahmen üblich. Gerade Profi-Investoren warten oft bis ganz zum Schluss in der Hoffnung auf ein verbessertes Angebot. Die Börse reagierte erleichtert: Wincor-Aktien schossen in einer ersten Reaktion am Donnerstagnachmittag um gut 22 Prozent nach oben.

Zusammen mit den knapp 10 Prozent am Unternehmen, die Wincor über eigene Aktien selbst hält, hat Diebold nun gut drei Viertel der Wincor-Anteile sicher. Die Amerikaner können damit schon einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag abschließen. Aktionäre, die noch nicht auf das Angebot eingegangen sind, haben vom kommenden Mittwoch (30. März) an das Recht, ihre Anteile im Rahmen der 14-tägigen Nachfrist noch zu denselben Konditionen einzureichen.

Diebold und Wincor hatten sich im November auf einen Zusammenschluss geeinigt. Die Amerikaner legten dafür 38,98 Euro in bar sowie 0,434 eigene Aktien je Wincor-Nixdorf-Papier auf den Tisch. Der Preis entsprach bei Vorstellung der Offerte Mitte November einem Wert von 52,50 Euro je Wincor-Papier, insgesamt belief sich das Angebot damit auf rund 1,7 Milliarden Euro.

Der neue Konzern soll künftig Diebold Nixdorf heißen und seinen rechtlichen Sitz in North Canton (Ohio) haben. Damit verliert Paderborn knapp 50 Jahre nach der Gründung der Nixdorf Computer AG den Stammsitz des Unternehmens. Durch den geplanten Zusammenschluss entsteht ein Konzern mit einem Jahresumsatz von 4,8 Milliarden Euro, 25 000 Mitarbeitern und knapp einer Million Bankautomaten.

Die Übernahme kommt zu einer Zeit, in der die Branche in einem tiefen Umbruch ist. Wincor Nixdorf kämpft seit Jahren mit einer schwachen Nachfrage vor allem nach Geldautomaten. Die Banken halten sich mit Investitionen zurück, auch aus dem Einzelhandel kommen kaum Impulse.

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