+
Hat ihren Leitzins erstmals seit einem Jahr leicht um 0,25 Prozentpunkte angehoben: die US-Notenbank Federal Reserve in Washington. Foto: Shawn Thew

Federal Reserve

US-Notenbank erhöht Leitzins

In kleinen Schritten Richtung Normalität: Die US-Notenbank hat ihren Leitzins leicht nach oben geschraubt. Spannend bleibt, wie es 2017 weiter geht.

Washington (dpa) - Die US-Notenbank Federal Reserve hat ihren Leitzins erstmals seit einem Jahr leicht um 0,25 Prozentpunkte angehoben.

Der Leitzins bewegt sich damit künftig in einem Korridor zwischen 0,5 und 0,75 Prozent, wie die Federal Reserve nach der Sitzung ihres Offenmarkt-Ausschusses in Washington mitteilte. Die Erhöhung - erst die zweite seit 2006 - war von den Märkten in dieser Form erwartet worden.

Die Fed setzt damit ihren Kurs fort, die Geldpolitik nach der Finanzkrise zu normalisieren. Vorausgegangen waren Jahre des ultralockeren Liquididätsflusses, mit dem Ziel, den stotternden Konjunkturmotor auf Laufen zu halten.

Zuletzt hatte sich jedoch der US-Arbeitsmarkt als sehr stabil erwiesen. Die Arbeitslosenquote liegt derzeit bei 4,6 Prozent. Auch die Inflation zieht langsam an, weil die höhere Beschäftigung zu höheren Einkommen führt. Außerdem sind Energie- und Rohstoffpreise wieder leicht im Aufwärtstrend.

Ihre Absicht, bereits früher im Jahr 2016 an der Zinsschraube zu drehen, hatte die Fed fallen lassen müssen. Unter anderem sprachen auch weltwirtschaftliche Gründe dagegen. Die US-Zinspolitik hat vor allem in Entwicklungsländern große Auswirkungen, weil dort viele Geschäfte in US-Dollar abgewickelt werden und auch Schulden in der US-Währung auflaufen.

Unklar blieb auch am Mittwoch, inwieweit die Wirtschaftspolitik der neuen US-Regierung um den künftigen Präsidenten Donald Trump die künftige Geldpolitik beeinflussen wird. "Ein möglicher, vorübergehender Schub für Wachstum und Inflation könnte zu mehr Zinsschritten im Jahr 2017 führen, als zunächst erwartet", sagte der Chef-Volkswirt der Münchner Rück, Michael Menhart. Die Unsicherheit hinsichtlich Trumps Wirtschaftspolitik überwiege jedoch weiterhin. Signale von Fed-Mitglieder sprechen derzeit für drei Zinsschritte im kommenden Jahr.

In Europa hatte die Europäische Zentralbank erst vorige Woche ihre ohnehin extrem weit geöffneten Geldschleusen noch einmal ein Stück weiter geöffnet und neue Anleihekäufe im Milliardenvolumen angekündigt. Ein Zinserhöhung in der Eurozone liegt damit noch in weiter Ferne. Eine zu große Lücke zwischen europäischem und US-amerikanischem Zinsniveau wäre eine weitere Belastung für die Gemeinschaftswährung Euro.

Mitteilung Fed

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Privates Geldvermögen wächst weiter
Frankfurt/Main (dpa) - Die privaten Haushalte in Deutschland sind trotz des Zinstiefs in der Summe so vermögend wie nie zuvor. Ihr Geldvermögen kletterte im dritten …
Privates Geldvermögen wächst weiter
Anleger vorsichtig nach Rücksetzer an der Wall Street
Frankfurt/Main (dpa) - Ein Abverkauf von Aktien im späten Handel an der Wall Street hat die Anleger hierzulande am Mittwoch vorsichtig gestimmt. In Frankfurt verlor der …
Anleger vorsichtig nach Rücksetzer an der Wall Street
Führende Ökonomen fordern radikale Reformen in der Eurozone
Nach Jahren der Finanzkrise verzeichnet Europas Wirtschaft wieder Wachstum. Doch der Aufschwung steht aus Sicht vieler Experten auf wackeligen Füßen. Nun dringen …
Führende Ökonomen fordern radikale Reformen in der Eurozone
Zalando erreicht Wachstumsziele 2017
Berlin (dpa) - Der Modehändler Zalando hat nach einem starken Weihnachtsgeschäft seine Wachstumsziele für das Gesamtjahr 2017 erreicht. Der Umsatz stieg im vergangenen …
Zalando erreicht Wachstumsziele 2017

Kommentare