US-Notenbank rechnet mit schrumpfender Wirtschaft

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Washington (dpa) - Die US-Notenbank rechnet als Folge der Finanzkrise in der ersten Jahreshälfte mit einer schrumpfenden Wirtschaft. Im zweiten Halbjahr 2008 sei dann wieder ein langsames Wachstum zu erwarten.

So hieß es in dem am Dienstag veröffentlichten Sitzungsprotokoll des Offenmarktausschusses der Federal Reserve (FED) vom 18. März. Einige Mitglieder des Gremiums befürchteten außerdem, "dass ein länger andauernder und ernsthafter Wirtschaftsabschwung nicht ausgeschlossen werden kann", heißt es in dem Papier weiter. Das Wort Rezession wurde in dem Protokoll nicht verwendet.

Im Laufe des kommenden Jahres ist den Angaben zufolge mit einer Beschleunigung des Wachstumstempos zu rechnen. Als Gründe nennt die FED die bisherigen Zinssenkungen, die anhaltende US-Exportstärke, sinkende Ölpreise und eine Beruhigung der Finanzmärkte.

US-Notenbankchef Ben Bernanke hatte vorige Woche erstmals eingeräumt, dass die größte Volkswirtschaft der Welt in eine Rezession rutschen könnte. Es werde aber noch einige Zeit dauern, bis ausreichend Daten vorlägen, um eine Rezession - ein Schrumpfen der Wirtschaftsleistung über zwei aufeinanderfolgende Quartale - festzustellen. Aus dem nun veröffentlichten Protokoll geht nicht hervor, ob die FED während des ersten Halbjahrs ein schrumpfendes Bruttoinlandsprodukt in einem oder beiden Quartalen erwartet. In den letzten drei Monaten des vorigen Jahres hatte die US-Wirtschaft noch um einer hochgerechneten Jahresrate von 0,6 Prozent zugelegt.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) geht nach einer am Dienstag vorgelegten Prognose von Verlusten durch die Finanzkrise in Höhe von bis zu 945 Milliarden US-Dollar (603 Mrd. Euro) aus. Erstmals hatte die Organisation damit eine offizielle Schätzung über die möglichen Auswirkungen der seit Monaten anhaltenden Kreditkrise vorgelegt.

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