US-Notenbank senkt überraschend Diskontsatz

New York - Die US-Notenbank hat den Diskontsatze angesichts der gestiegen wirtschaftlichen Unsicherheit überraschend gesenkt. Der Diskontsatz werde um 0,5 Prozentpunkte reduziert, teilte die US-Notenbank am Freitag in New York mit.

Der Satz sinke von bisher 6,25 Prozent auf 5,75 Prozent. Der wichtigere Leitzins (Satz für Tagesgeld/Fed Funds Rate) bleibt jedoch unverändert bei 5,25 Prozent.

Die verschlechterten Kreditbedingungen und die gestiegene Unsicherheit hätten das Potenzial das Wirtschaftswachstum zu belasten, begründete die Fed ihre Entscheidung. Die Abwärtsrisiken für das Wirtschaftswachstum seien zusehends gestiegen, auch wenn die jüngsten Daten ein anhaltend moderates Wirtschaftswachstum signalisierten. Der geldpolitische Ausschuss (FOMC) werde die Lage weiter genau beobachten. Man sei bereit zu handeln, falls die Verwerfungen an den Finanzmärkten auch die Realwirtschaft belasteten.

Die US-Notenbank hat angesichts der anhaltenden Turbulenzen an den Finanzmärkten nach Einschätzung der Commerzbank mit der Senkung des Diskontsatzes genau den richtigen Schritt vollzogen. "Die Währungshüter haben nicht gleich die große Keule einer Leitzinssenkung herausgeholt, sondern bleiben weiter in einem eher technischen Zwischenbereich", sagte Commerzbank-Experte Patrick Franke von der Commerzbank. Vor diesem Hintergrund sei dies noch keine Wende in der bisherigen Politik der Fed.

Der Schritt zeige aber, dass aus Sicht der Währungshüter die Abwärtsrisiken für das Wachstum spürbar zugenommen haben, sagte Franke. Mit jedem Tag steigt aus seiner Sicht das Risiko, dass die Turbulenzen tiefere Spuren hinterlassen. Die Fed habe ihre Handlungsbereitschaft signalisiert. Dies dürfte stabilisierend auf die Märkte wirken.

Die deutschen Anleihen haben am Freitag nach Bekanntgabe einer Diskontsatzsenkung durch die US-Notenbank ins Minus gedreht. Der Eurokurs stieg nach der Entscheidung zum Dollar.

Der Diskontsatz ist ein von der Zentralbank definierter Zinssatz, zu dem Banken Wechsel verpfänden können. Diskontgeschäfte werden noch von der amerikanischen Zentralbank Federal Reserve und der Bank of Japan betrieben. Sie sind aber nicht das zentrale Steuerungsinstrument. Mit dem Übergang der Zuständigkeit für die Geldpolitik auf die Europäische Zentralbank (EZB) wurde das Diskontgeschäft in der Eurozone eingestellt.

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