Die Amerikaner wollen für TNT nach bisherigen Angaben 4,4 Milliarden Euro bezahlen. Foto: dpa

US-Paketdienst FedEx darf Rivalen TNT Express übernehmen

Der US-Logistikkonzern FedEx rückt der Deutschen Post auf die Pelle. Die EU-Kommission hat den Zusammenschluss der Amerikaner mit dem niederländischen Anbieter TNT abgesegnet.

Memphis/Brüssel (dpa) - Freie Bahn für eine Milliardenfusion im Paketmarkt: Der US-Logistikriese FedEx darf seinen niederländischen Konkurrenten TNT Express übernehmen. Nach einer gründlichen Wettbewerbsuntersuchung hat die EU-Kommission den Deal gebilligt.

Europäische Verbraucher würden durch die Übernahme nicht benachteiligt, bilanzierte Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager nach der Entscheidung am Freitag in Brüssel. In Europa sind die Deutsche Post DHL und der US-Paketdienst UPS die wichtigsten Konkurrenten der beiden Fusionspartner.

Die Amerikaner wollen für TNT nach bisherigen Angaben 4,4 Milliarden Euro bezahlen. Ein früherer Versuch von UPS, TNT für 5,2 Milliarden Euro zu übernehmen, war vor drei Jahren an der Ablehnung der EU-Kommission gescheitert. Vestagers Vorgänger Joaquín Almunia hatte befürchtet, dass es nach der Fusion in vielen EU-Staaten nur noch zwei oder drei Anbieter gegeben hätte. "Die Preise wären mit hoher Wahrscheinlichkeit gestiegen", hatte er die Entscheidung begründet.

Im Vergleich zu UPS, deren braune Lieferwagen auch in Deutschland zum Straßenbild gehören, ist FedEx in Europa bisher eine kleinere Nummer. Dennoch nahm die EU-Kommission die Pläne genau unter die Lupe. Letztlich stimmte sie dem Zusammenschluss aber ohne Auflagen zu. FedEx-Europachef David Binks zeigte sich "hocherfreut" darüber.

Weltweit gesehen ist FedEx mit einem Umsatz von mehr als 45 Milliarden US-Dollar im Jahr 2014 deutlich größer als TNT. Die Niederländer kamen auf einen Jahreserlös von 6,7 Milliarden Euro (7,3 Mrd Dollar). Während FedEx unter dem Strich zuletzt 2,1 Milliarden Dollar verdiente, steckte TNT mit 195 Millionen Euro in den roten Zahlen. Es war das vierte Verlustjahr nacheinander. Auch 2015 stand bei den Niederländern nach den ersten drei Quartalen ein Minus.

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