+
Das AT&T-Logo in New York. Das US-Justizministerium hat eine Fusion des Kommunikationsriesen mit Time Warner zunächst verhindert. Foto: Mark Lennihan

Ministerium reicht Klage ein

US-Regierung blockt Mega-Deal zwischen AT&T and Time Warner

Es sollte der Multi-Milliarden-Deal des Jahres werden: Der US-Kommunikationsriese AT&T will mit dem Mediengiganten Time Warner fusionieren. Die Regierung stellt jetzt den Fuß in die Tür. Offiziell aus Wettbewerbsgründen, vielleicht auch aus politischem Kalkül.

Washington (dpa) - In einem politisch aufgeladenen Wirtschaftskrimi hat das US-Justizministerium einen Milliarden-Deal zur Fusion des Medienunternehmens Time Warner mit dem Kommunikationsriesen AT&T zunächst verhindert.

Das Justizministerium reichte am Montag Klage gegen die beabsichtigte Fusion vor einem Bundesgericht in Washington ein. "Die geplante 108-Milliarden-Dollar Übernahme würde den Wettbewerb deutlich verkleinern und im Ergebnis zu höheren Preisen und weniger Innovation für Millionen Amerikaner führen", hieß es zur Begründung.

AT&T kündigte an, um die geplante Übernahme kämpfen zu wollen. Das Geschäft hätte nach Ministeriumsangaben ein Volumen von 108 Milliarden Dollar (92 Milliarden Euro) haben sollen. Kritiker werfen der Regierung von Präsident Donald Trump vor, mit dem staatlichen Einschreiten vor allem die Abspaltung des Senders CNN betreiben zu wollen. CNN gilt seit Monaten als "Feindsender" Trumps. Der Präsident wird dort meist in kritischem Licht dargestellt. CNN gehört zur Time-Warner-Tochter Turner.

Außerdem gilt die Fusion als Dorn im Auge von Trumps Freund und Unterstützer Rupert Murdoch. Die Unternehmensgruppe 21st Century Fox des Medienzaren konkurriert mit Time Warner auf mehreren Gebieten, unter anderem auch bei Hollywood-Film- und Fernsehproduktion und deren Weiterverwertung.

Das Justizministerium begründete seinen Einspruch mit negativen Folgen für die US-Verbraucher. Die Kosten für Kabel-Abos würden steigen, die Innovationskraft sinke. Die Behörde befürchtet zudem, dass von Time Warner produzierte Inhalte im Falle der Fusion nicht mehr von anderen Kabelanbietern verbreitet werden könnten oder dafür immens hohe Gebühren aufgerufen würden. AT&T selbst habe so argumentiert, als andere Fusionen in der Branche angestanden hätten.

AT6T hält diese Argumente nicht für stichhaltig. Das Unternehmen sei zuversichtlich, dass das Gericht die Behauptungen der Regierung zurückweisen und den Kauf erlauben werde, sagte AT&T-Chefanwalt David McAtee laut einer Mitteilung.

An der Wall Street hatten schon die Spekulationen über ein mögliches Einschreiten der Wettbewerbshüter für Sorgenfalten bei Aktionären von Time Warner gesorgt. Zu diesem Zeitpunkt hatte bereits die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf Kreise über die bevorstehende Klage berichtet. So gingen Time-Warner-Anteilscheine 1,1 Prozent tiefer aus dem Handel. AT&T-Papiere legten hingegen um 0,4 Prozent zu.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Pikanter Fehler stellt Aldi vor ein Rätsel
Ein Kunde hat einen pikanten Fehler in einem Aldi-Prospekt entdeckt. So sieht es zumindest aus, aber der Discounter rätselt über den seltsamen Fund.
Pikanter Fehler stellt Aldi vor ein Rätsel
Skurriler Fehler macht Aldi-Produkt komplett unbrauchbar - Kunden können reklamieren
Viele Menschen gehen beim Discounter Aldi auf Schnäppchenjagd. Auch Ende Oktober griffen so einige Kunden zu - doch es gab offenbar teils eine peinliche …
Skurriler Fehler macht Aldi-Produkt komplett unbrauchbar - Kunden können reklamieren
Aldi Süd will mit neuen Filialen punkten - dann stellt eine Kundin den Discounter bloß
Aldi Süd ist dabei, die eigenen Filialen zu modernisieren - dann deckt eine Kundin auf, dass manche Probleme nicht an der Modernisierung hängen.
Aldi Süd will mit neuen Filialen punkten - dann stellt eine Kundin den Discounter bloß
Dax leicht im Minus - Brexit-Sorgen dominieren
Frankfurt/Main (dpa) - Der Dax ist am Freitag nach erneut wechselhaftem Verlauf mit leichten Verlusten ins Wochenende gegangen. Das Minus von 0,11 Prozent bedeutete …
Dax leicht im Minus - Brexit-Sorgen dominieren

Kommentare