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Zum zweiten Mal in Folge ist die US-Tochter der Deutschen Bank beim Stresstest der amerikanischen Notenbank durchgefallen. Foto: Frank Rumpenhorst/Symbolbild

US-Tochter der Deutschen Bank reißt erneut Fed-Stresstest

Die Deutsche Bank hat weiter Schwierigkeiten in den USA. Erneut scheitert ihre Tochter dort am Stresstest der Notenbank Fed. Die Begründung der Aufseher fällt deutlich aus.

Washington/Frankfurt (dpa) - Schlechte Nachrichten für die Deutsche Bank: Zum zweiten Mal in Folge ist die US-Tochter des größten deutschen Geldhauses beim Stresstest der amerikanischen Notenbank durchgefallen. Die Federal Reserve (Fed) begründete dies am Mittwoch nach Börsenschluss mit "qualitativen Bedenken" besonders beim Risikomanagement und bei internen Kontrollen.

An den Märkten kam dies nicht gut an. Die Aktien der Deutschen Bank setzten am Donnerstagvormittag ihre Talfahrt fort und rutschten ans Dax-Ende. Im bisherigen Jahresverlauf haben die Papiere bereits fast die Hälfte ihres Wertes eingebüßt.

Die Fed hatte das Institut schon mehrfach kritisiert und es 2015 wegen seines Risikomanagements durchfallen lassen. Nun erklärte die Notenbank, es gebe zwar Fortschritte, aber Probleme bestünden weiter.

Die Aufseher beanstanden in ihrem Bericht den Kapitalplan der Deutschen Bank zum einen wegen umfassender und substanzieller Schwächen. Der zweite Grund: Die Bank habe unzureichende Fortschritte dabei gemacht, diese Schwächen auszumerzen und den Erwartungen der Aufseher zu genügen. Wegen des Nichtbestehens darf die US-Tochter keine Gewinne an die Mutter in Frankfurt abführen.

"Die angemessene Kapitalausstattung der Deutsche Bank Trust Corporation stand nie in Frage", kommentierte der Chef der neuen US-Dachgesellschaft der Deutschen Bank, Bill Woodley, die Ergebnisse. "Wir begrüßen, dass die Federal Reserve Fortschritte festgestellt hat, und werden die in diesem Jahr gewonnenen Erkenntnisse umsetzen, um unseren Kapitalplan für künftige CCAR-Prozesse zu verbessern." CCAR steht für "Comprehensive Capital Analysis and Review". Dieser Test befasst sich unter anderem mit internen Prozessen der untersuchten Institute.

Auch die US-Gesellschaft der spanischen Banco Santander bestand den Test nicht, sie fiel ebenfalls zum zweiten Mal durch. Morgan Stanley wurde nur unter Vorbehalt durch den Stresstest gewunken. Das Institut hat jetzt bis zum 29. Dezember Zeit, um die kritisierten Schwächen abzustellen und seinen Kapitalplan zu verbessern. Alle anderen 30 Großbanken erhielten grünes Licht.

Für die Finanzinstitute geht es bei den Tests um Milliarden. Vom Urteil der Aufseher hängen unter anderem Dividendenzahlungen und Aktienrückkäufe ab.

Die Stresstests der US-Notenbank sollen sicherstellen, dass sich eine schwere Finanzkrise wie nach dem Zusammenbruch der Investmentbank Lehman Brothers vor bald acht Jahren nicht wiederholt. Seitdem müssen sich große Geldhäuser schärferen Kontrollen und Regeln unterwerfen.

Dazu gehört, dass die Fed die Kapitalausstattung und die internen Abläufe bei den Banken unter die Lupe nimmt. Sie prüft die Robustheit der Banken, indem sie ein Krisenszenario durchspielt. Erst bei bestandenem Test darf eine Bank Geld, das überschüssig ist, an die Eigner ausschütten.

Die CCAR-Ergebnisse wurden am Mittwoch veröffentlicht, nachdem in der Vorwoche alle 33 getesteten Banken die erste Stufe bestanden hatten. Die Fed hatte erklärt, im Krisenfall hätten die Banken ausreichend Kapitalreserven.

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