US-Tochter Reebok bremst Sportkonzern Adidas aus

Trotz Umsatzrekord: - München ­- Die Weltmeisterschaft in Deutschland ist vorbei, das Sorgenkind Reebok bleibt. Der Sportartikelausrüster Adidas will nach einem guten Jahr 2006 nun endlich die US-Tochter auf Kurs bringen.

Die von Adidas erworbene US-Tochter Reebok macht der globalen Nummer zwei der Branche weiter zu schaffen. "Wir haben noch viel Arbeit vor uns", räumte Adidas-Chef Herbert Hainer zur Bilanzvorlage in Herzogenaurach ein. Er sehe aber Licht am Ende des Tunnels.

2006 war Reebok eine Belastung. Zwar konnte Adidas den Nettogewinn um ein Viertel auf knapp eine halbe Milliarde Euro steigern.

Damit wurden aber die Erwartungen von Börsianern verfehlt, was vor allem auf das Konto der lahmenden US-Tochter ging. Der Zukauf, aber auch bessere Geschäfte durch die Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland trugen 2006 dazu bei, dass der Konzernumsatz um die Hälfte auf erstmals über zehn Milliarden Euro stieg. Bereinigt um die Akquisition und Währungseffekte entspricht das einem Plus von 14 Prozent, ausgelöst vor allem durch die Marke Adidas. Das ist das höchste Umsatzwachstum aus eigener Kraft seit acht Jahren.

Umso schlechter sieht es bei der Marke Reebok aus. Hier sanken die Erlöse 2006 um knapp ein Zehntel auf rund 2,5 Milliarden Euro. Die Margen der US-Tochter liegen klar unter Adidas-Niveau, räumen die Herzogenauracher ein. Zumindest für die nahe Zukunft zeichnet sich zudem keine Trendwende ab. Bis Ende 2006 sind die Auftragsbestände von Reebok um zwölf Prozent gesunken, gab Hainer bekannt. Am nordamerikanischen Heimatkontinent brachen sie sogar um ein Viertel ein. Absolute Zahlen für den Auftragsbestand nennt Adidas traditionell nicht.

"Nach einem starken Jahr 2006 konzentrieren wir uns 2007 darauf, die Marke Reebok wieder auf Wachstumskurs zu bringen", kündigte Hainer abgesichts der Auftragslage an. Er stieß mit diesem Ziel auf Skepsis.

"Reebok ist im Rückwärtsgang, die Integration wird schwieriger als erwartet", kommentierte ein Börsianer die Entwicklung. Seine Kollegen sehen das ähnlich, weshalb die im Dax notierte Adidas-Aktie zunächst unter Druck kam. Daran konnte auch eine Erhöhung der Dividende von 33 auf 42 Cent je Aktie nichts ändern.

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