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Der Flugzeugbauer Airbus hat noch etwa 100 Flugzeuge im Orderbuch, die an den Iran ausgeliefert werden sollen. Für die Auslieferung ist eine Genehmigung der USA nötig.

Beziehungen zwischen Freistaat und Iran

US-Vorgaben bezüglich Iran: Wie sehr würde Bayerns Industrie leiden?

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Inwieweit würde eine Umsetzung der US-Vorgaben bezüglich Iran die bayerische Industrie treffen? Ein Experte klärt auf und erläutert ein interessantes Beispiel aus dem Flugzeugbau.

Geht es nach den USA, sollten alle Firmen ihre Geschäfte im Iran unverzüglich einstellen – auch bayerische. Wir sprachen mit Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw), über die Auswirkungen der US-Vorgaben. Die vbw hatte im Jahr 2015 ein Büro in Teheran eröffnet und seitdem kontinuierlich die Geschäftsbeziehungen zwischen bayerischen Firmen und iranischen Unternehmen sowie Organisationen gefördert.

Welche bayerischen Firmen sind im Iran aktiv?

Bertram Brossardt: Bayern exportierte im Jahr 2017 Waren im Wert von knapp 356 Millionen Euro in den Iran. Dabei bildeten Maschinen mit rund 33 Prozent sowie chemische Erzeugnisse und elektrische Ausrüstungen mit jeweils gut 12 Prozent den größten Anteil. Entsprechend sind die Metall- und Elektroindustrie, der Maschinenbau und die chemische Industrie besonders von der neuen Entwicklung betroffen.

Dynamisches Wachstum von Geschäften mit dem Iran gefährdet

Wie haben sich die Geschäftsbeziehungen seit dem Ende der Sanktionen 2016 entwickelt?

Brossardt: Vor den Sanktionen betrug das Exportvolumen Bayerns in den Iran rund 500 Millionen Euro pro Jahr, nach Inkrafttreten der Sanktionen fiel es auf rund 200 Millionen Euro pro Jahr. Seit der Aufhebung der Sanktionen stiegen die Exporte wieder spürbar an, auf zuletzt 356 Millionen Euro im Jahr 2017. Das ist eine Steigerung von gut 29 Prozent gegenüber 2016. In den ersten beiden Monaten 2018 konnten wir einen weiteren deutlichen Anstieg der bayerischen Exporte in den Iran verzeichnen, nämlich um rund 21 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Das ist ein sehr dynamisches Wachstum, wenn auch auf niedrigem Niveau. Dieser Aufschwung ist jetzt gefährdet.

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Schwerwiegend sind die Auswirkungen vor allem auf den Flugzeugbauer Airbus, der noch knapp 100 Flugzeuge im Orderbuch hat, die an den Iran geliefert werden sollen. Für die Auslieferung ist eine Genehmigung der USA nötig. Gibt es auch in Bayern Firmen, die in solcher Weise von den USA abhängig sind?

Brossardt: Auch in Bayern werden Firmen betroffen sein. Wie intensiv die Beeinträchtigung sein wird, lässt sich derzeit nicht sagen. Bei Restriktionen im Flugzeugbau werden bayerische Zulieferer mittelbar betroffen sein.

Interview: Manuela Dollinger

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