+
In der ersten Schätzung im vergangenen Monat war für die weltgrößte Volkswirtschaft noch ein geringes Wachstum von annualisiert 0,2 Prozent erwartet worden. Foto: Justin Lane/Archiv

US-Wirtschaft im Winter geschrumpft - Aussichten aber positiv

Wie bereits im vergangenen Jahr erlitt die US-Konjunktur im ersten Quartal einen heftigen Dämpfer. Gerät die weltgrößte Volkswirtschaft ins Straucheln - oder ist das Minus beim BIP nur ein statistischer Ausrutscher?

Washington (dpa) - Die US-Wirtschaft ist noch schlechter ins Jahr gestartet als bisher angenommen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) sei im ersten Quartal aufs Jahr gerechnet sogar um 0,7 Prozent gesunken, teilte das Handelsministerium in Washington in einer zweiten Schätzung mit. Experten nannten den harten Winter und die schlechteste Handelsbilanz seit 30 Jahren als Hauptgründe.

In der ersten Schätzung im vergangenen Monat war für die weltgrößte Volkswirtschaft noch ein geringes Wachstum von annualisiert 0,2 Prozent erwartet worden. Im vierten Quartal 2014 hatte sie um 2,2 Prozent zugelegt. Seine dritte und abschließende Schätzung wird das Ministerium im Juni veröffentlichen.

Fachleute hatten vorab mit dem schlechten Ergebnis gerechnet. So habe der starke Dollar die Exporte einbrechen lassen, weil US-Waren im Ausland durch die Wechselkursveränderungen deutlich teurer geworden sind. Zugleich sorgte ein Ende von langen Streiks in Häfen an der Westküste dafür, dass die Importe sprungartig zulegten. Das von diesem Sonderfaktor beeinflusste Handelsdefizit ließ das Wachstum insgesamt um 1,9 Prozentpunkte einbrechen, so viel wie seit 1985 nicht mehr.

Es wird erwartet, dass sich die Konjunktur in den kommenden Monaten erholt. "Die US-Wirtschaft scheint in einer guten Position für anhaltendes Wachstum zu sein", sagte die Chefin der Notenbank Federal Reserve, Janet Yellen, kürzlich in einer Rede. "Die Haushalte sehen die Vorteile einer verbesserten Arbeitsmarktsituation." Die erste Leitzinserhöhung seit 2006 sei in diesem Jahr weiter angemessen.

Bereits im vergangenen Jahr war die Konjunktur im Winterquartal geschrumpft, um dann im Frühling und Sommer massiv zuzulegen. Viele Experten meinen, dass es vor allem statistische Gründe für die wiederholt schwachen Werte im ersten Quartal gibt. Das Handelsministerium kündigte an, seine Erhebungsmethode zu überprüfen.

Der Konsum durch Verbraucher, der 70 Prozent zum BIP beiträgt, wuchs im ersten Quartal um 1,8 Prozent. Auch die Einkommen legten zu. Die Arbeitslosenquote ist mit 5,4 Prozent auf dem tiefsten Stand seit 2008. Insgesamt dürfte die US-Wirtschaft in diesem Jahr wieder deutlich mehr als zwei Prozent wachsen, ergab eine Umfrage der Fachagentur Bloomberg unter Volkswirten.

Mitteilung Handelsministerium

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

„Von dem Verzehr wird dringend abgeraten“: Riesiger Rückruf bei Aldi, Penny und Kaufland
Verbraucherschützer warnen: Salmonellen-Alarm bei Aldi, Penny und Kaufland und Co.! Welche Märkte betroffen sind - und welche Produkte.
„Von dem Verzehr wird dringend abgeraten“: Riesiger Rückruf bei Aldi, Penny und Kaufland
Zölle auf US-Produkte in Kraft
US-Präsident Donald Trump ließ sich durch alle diplomatischen Bemühungen der EU nicht beirren. Jetzt kommt im Handelsstreit mit den Vereinigten Staaten der europäische …
Zölle auf US-Produkte in Kraft
Griechenland-Rettung vor dem Abschluss
Noch eine letzte Nachtsitzung, dann war das Paket geschnürt: Der Euro-Rettungsschirm für Griechenland wird eingeklappt - verbunden mit großen Hoffnungen für das …
Griechenland-Rettung vor dem Abschluss
Teures Deutschland? Hohe Preisunterschiede in Europa
Das Leben in Deutschland ist teurer als im EU-Schnitt. Doch bei Reisen zeigt sich rasch: In vielen anderen Ländern ist das Preisniveau noch höher.
Teures Deutschland? Hohe Preisunterschiede in Europa

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.