+
Kleine US-Flaggen wehen in Detroit auf den Dächern von Gebrauchtwagen. Foto: Uli Deck/Archiv

US-Wirtschaft schwächelt unerwartet stark zum Jahresbeginn   

Schlechte Nachrichten für die Weltwirtschaft: In den USA bricht die Konjunktur ein. Die Frage: Was macht jetzt die Fed mit den Zinsen - und was sind die weltweiten Folgen der US-Schwäche?

Washington (dpa) - Das US-Wirtschaftswachstum hat sich zum Jahresbeginn überraschend deutlich abgeschwächt. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte im ersten Quartal aufs Jahr gerechnet lediglich um 0,2 Prozent zu.

Dies teilte das Handelsministerium in einer ersten Schätzung mit. Das entspricht praktisch einer Stagnation und ist der schwächste Zuwachs seit einem Jahr.

Zum Vergleich: Noch im vierten Quartal 2014 hatte die weltgrößte Volkswirtschaft aufs Jahr gerechnet um 2,2 Prozent zugelegt. Im dritten Quartal lag die Rate gar bei 5 Prozent.

Die neuesten Zahlen wurden nur Stunden vor einer Zinsentscheidung der US-Notenbank veröffentlicht. Es wurde erwartet, dass die Federal Reserve (Fed) die historisch niedrigen Zinsen nicht anhebt.

Der Abschwung von Januar bis Ende März fiel deutlich stärker aus als erwartet. Experten hatten mit einer Wachstumsrate von 1,0 Prozent gerechnet. Grund für die schlechte Entwicklung dürften auch das schlechte Wetter und zahlreiche Hafenstreiks sein, meinten Volkswirte. In ersten Reaktionen am Mittwoch gingen die Dax-Werte zurück, der Euro legte gegenüber dem US-Dollar zu.

Die abgekühlte Konjunktur dürfte die US-Notenbank dazu bewegen, ihre erste Leitzinserhöhung seit rund neun Jahren noch etwas hinauszuzögern. Noch vor Monaten, als die US-Wirtschaft deutlich besser lief, hieß es zeitweise, bereits im April könnte die Fed von ihrer Politik des superbilligen Geldes abrücken. Später tippten Analysten auf den Sommer oder den Spätsommer.

Allerdings sind die US-Wachstumszahlen nicht unmittelbar mit europäischen Angaben vergleichbar. Grund: In den USA wird auf ein Jahr hochgerechnet. Die Daten geben an, wie stark die Wirtschaft wachsen würde, wenn das Tempo ein Jahr lang gehalten würde. In Europa wird auf diese sogenannte Annualisierung verzichtet, die Wachstumsraten fallen dort deshalb geringer aus als in den USA. 

Mitteilung Handelsministerium

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Geplanter Börsengang: Mit diesen Millionen-Einnahmen kalkuliert Dropbox
Der Online-Speicherdienst Dropbox will 500 Millionen Dollar (407 Mio Euro) mit seinem geplanten Börsengang einnehmen.
Geplanter Börsengang: Mit diesen Millionen-Einnahmen kalkuliert Dropbox
Begrenzte Diesel-Fahrverbote geplant
Am Dienstag wollen die höchsten deutschen Verwaltungsrichter über die Zulässigkeit von Diesel-Fahrverboten entscheiden. Jetzt wird eine Initiative des …
Begrenzte Diesel-Fahrverbote geplant
Unglaublich: So profitiert US-Milliardär von Trumps Steuerreform
US-Staranleger Warren Buffett brennt auf große Firmenzukäufe. „Eine oder mehrere gewaltige Akquisitionen“ seien nötig, um die Gewinne seiner Beteiligungsgesellschaft …
Unglaublich: So profitiert US-Milliardär von Trumps Steuerreform
Berliner CDU: Keine weiteren Steuergelder für BER ausgeben
Fehlplanungen, Verzögerungen, Baumängel und Erweiterungen lassen die Kosten für den neuen Hauptstadtflughafen immer höher steigen. Nun liegen neue Zahlen auf dem Tisch - …
Berliner CDU: Keine weiteren Steuergelder für BER ausgeben

Kommentare