US-Wirtschaft mit überraschend robustem Wachstum

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Washington (dpa) - Die US-Wirtschaft hat sich im zweiten Quartal überraschend robust entwickelt. Das Wachstum war deutlich stärker als ursprünglich angenommen.

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte auf Jahresbasis um 3,3 Prozent zu, wie das Handelsministerium in Washington am Donnerstag in einer zweiten Schätzung mitteilte. In einer ersten Berechnung war von 1,9 Prozent ausgegangen worden. Ökonomen hatten erwartet, dass die US-Regierung diese Zahl auf 2,7 Prozent nach oben korrigiert. Im ersten Quartal war die Wirtschaft um 0,9 Prozent gewachsen.

Dem Ministerium zufolge ist das verbesserte Ergebnis vor allem auf Rekordexporte und eine vorübergehende Stimulierung durch Steuerrückzahlungen im Rahmen des Konjunkturprogramms der Regierung zurückzuführen. Experten gehen davon aus, dass das Wachstum im zweiten Jahresviertel das beste Quartalsergebnis dieses Jahres sein wird. Es sei aber zu erwarten, dass ein sich abzeichnender Rückgang der US-Verbraucherausgaben und der Exporte angesichts einer langsameren Wirtschaftswachstums in Übersee die Konjunktur wieder dämpften.

Der Deutsche Aktienindex (DAX) drehte nach Veröffentlichung der Daten deutlich ins Plus. Der DAX zog um 1,57 Prozent an und schloss mit 6420,54 Zählern.

Angesichts der überraschend robusten Wachstumszahlen ist von einer Rezession in den USA laut der DekaBank keine Spur. "Zwar wurde das Wachstum von Sonderfaktoren wie dem sehr starken Außenhandel begünstigt, von einer gesamtwirtschaftlichen Rezession kann aber keine Rede sein", sagte DekaBank-Expertin Gabriele Widmann. Darüber hinaus stelle der vergleichsweise schwache Lageraufbau ein positives Vorzeichen für das Wachstum im dritten Quartal dar. "Für das dritte und vierte Quartale rechnen wir mit Wachstumsraten von je 1,5 bis 2,0 Prozent."

Nach Einschätzung der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) sind die Daten kein Anzeichen eines nachhaltigen Aufschwungs. Das schwierige Umfeld für die US-Konjunktur sei nach wie vor da. Bereits das dritte Quartal werde wohl wieder schwächer ausfallen. Vor allem industrielle Stimmungsindikatoren hätten sich zuletzt per Saldo getrübt, und auch das Verbrauchervertrauen habe sich trotz sinkender Energiepreise nicht deutlich erholen können. Laut UniCredit wird sich der private Konsum nach dem Auslaufen des staatlichen Konjunkturprogramms merklich abschwächen. "Es gibt keine Zweifel, dass das Wachstum in der zweiten Jahreshälfte deutlich geringer ausfallen wird."

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