US-Wirtschaft wächst deutlich langsamer

Washington - Unmittelbar vor einer erwarteten Zinssenkung der US-Notenbank haben neue Konjunkturdaten eine deutliche Abkühlung der amerikanischen Wirtschaft offenbart. Im vierten Quartal 2007 wuchs das Bruttoinlandsprodukt nur noch mit einer hochgerechneten Jahresrate von 0,6 Prozent, wie das US-Handelsministerium am Mittwoch mitteilte. Ökonomen hatten 1,2 Prozent erwartet.

Im dritten Quartal lag das Wachstum noch bei robusten 4,9 Prozent. Die jüngsten Angaben sind nur eine erste Schätzung, die sich noch deutlich ändern kann.

Unter dem Eindruck der schwachen Konjunktur in Folge der Immobilien- und Kreditkrise rechneten Marktteilnehmer mit einer Senkung des US-Leitzinses durch die Federal Reserve (Fed) am Mittwochabend um weitere 0,5 Prozentpunkte auf dann 3 Prozent. Die US-Währungshüter hatten bereits in der vergangenen Woche überraschend zwischen ihren regulären Sitzungen den Zins um 0,75 Punkte zurückgenommen. Es war der heftigste Einschnitt seit fast einem Vierteljahrhundert.

Wirtschaftskommentatoren unterstrichen nach den Konjunkturdaten vom Mittwoch, dass sich das Wachstum trotz aller Rezessionsgefahren immer noch im positiven Bereich bewegt. Ökonomen erwarten auch ein schwaches zweites Quartal, bevor die Konjunktur möglicherweise in der zweiten Jahreshälfte wieder an Tempo gewinnt. Nach einer gängigen Definition sind die USA in eine Rezession gerutscht, wenn die Wirtschaft zwei aufeinanderfolgende Quartale schrumpft. Nach Angaben des US-Handelsministeriums ist die Abkühlung im vierten Quartal unter anderem vor allem auf verringerte Konsum- und Staatsausgaben sowie schwächere Exporte zurückzuführen. Zugleich seien aber auch die Einfuhren zurückgegangen. Der Internationale Währungsfonds (IWF) hatte am Dienstag seine Prognose zum US-Wachstum für 2008 um 0,4 Punkte auf 1,5 Prozent zurückgekommen.

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