US-Wirtschaft legt zu -  schwächer als erwartet

Washington/Bonn - Das US-Wachstum zieht zwar weiter an - verfehlt aber deutlich das von der Regierung prognostizierte Expansionstempo.

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg von Juli bis September auf das Jahr hochgerechnet um lediglich 1,8 Prozent, wie das US-Handelsministerium am Donnerstag in Washington in einer dritten Schätzung mitteilte.

In einer zweiten Schätzung vor einem Monat hatte die Behörde noch ein Wachstum von 2,0 Prozent errechnet - in einer ersten Schätzung gar von 2,5 Prozent. Allerdings: Noch in den ersten drei Monaten des Jahres wuchs die Wirtschaft nur um 0,4 Prozent und legte auch im zweiten Quartal lediglich um 1,3 Prozent zu.

Hauptursache der aktuellen Entwicklung ist nach Meinung von Experten der nach wie vor flaue Konsum. Eine weiteres Wachstumshindernis seien erwartete Einsparungen der US-Regierung sowie die Schuldenkrise in Europa. Experten hatten zuvor eine Bestätigung der zweiten Schätzung erwartet.

In einer ersten Analyse meinte die Postbank, das US-Wachstum stehe auf einer breiten Basis. Zwar werfe die deutliche Abwärtskorrektur des privaten Verbrauchs einen Schatten auf die BIP-Daten, schreibt Postbank-Volkswirt Heinrich Bayer in einer Studie.

Erfreulich sei jedoch, dass das Wachstum von Unternehmensinvestitionen getragen worden sei. “Lediglich der Staatsverbrauch und die Lagerinvestitionen belasteten das Wachstum“, schreibt Bayer.

Dagegen ist das Konjunkturbarometer in den USA im November überraschend deutlich angestiegen. So kletterte der Sammelindex der Frühindikatoren im Vergleich zum Vormonat um 0,5 Prozent, wie das private Forschungsinstitut Conference Board mitteilte. Volkswirte hatten mit einem Plus von 0,3 Prozent gerechnet. Im Vormonat war der Index sogar um 0,9 Prozent nach oben gegangen.

Die Statistik gibt einen Hinweis auf die Entwicklung in den nächsten drei bis sechs Monaten und setzt sich aus zehn Werten zusammen. Dazu zählen etwa die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, die Neuaufträge in der Industrie, das Verbrauchervertrauen und Baugenehmigungen.

dpa

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