USA: Fed-Chef Bernanke hält Rezession für möglich

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Washington (dpa) - Die angeschlagene US-Wirtschaft könnte nach Einschätzung von Notenbankchef Ben Bernanke in eine Rezession rutschen. "Eine Rezession ist möglich", sagte er am Mittwoch vor einem Kongressausschuss in Washington.

Die Wirtschaftsleistung werde im ersten Halbjahr "wenn überhaupt" nicht viel wachsen und könnte sogar leicht zurückgehen. Es werde aber noch einige Zeit dauern, bis ausreichend Daten vorlägen, um eine Rezession festzustellen. "Ich kann daher noch nicht sagen, ob die US-Wirtschaft mit einer solchen Situation konfrontiert wird", betonte der Notenbankchef. Er gehe aber von einer leichten Erholung im zweiten Halbjahr und 2009 aus.

Die Unsicherheiten und Risiken für die Wirtschaft würden aber auch im nächsten Jahr anhalten. Die Finanzmärkte dürften weiterhin Belastungen ausgesetzt sein, sagte der Fed-Chef mit Blick auf die aktuellen Turbulenzen. Weltbank-Präsident Robert Zoellick meinte, die aufstrebenden Volkswirtschaften in Asien könnten die negative Folgen der anhaltenden US-Konjunkturflaute für die Weltwirtschaft zumindest teilweise auffangen.

"Die US-Wirtschaft geht eindeutig durch eine schwierige Periode", sagte Bernanke. Außerdem fiel sein Ausblick positiver aus: Die Maßnahmen der Geld- und Fiskalpolitik sollten eine Rückkehr zum Wirtschaftswachstum in der zweiten Hälfte des Jahres und im Jahr 2009 unterstützen, sagte Bernanke. "Doch angesichts der jüngsten Turbulenzen auf den Finanzmärkten ist die Unsicherheit bei den Vorhersagen ziemlich groß." Auch die Inflation bereite Sorge.

Die bisherigen Maßnahmen der US-Notenbank bei der Bekämpfung der der Finanzturbulenzen hätten zwar bei einer Stabilisierung geholfen, "die Finanzmärkte stehen aber weiter unter erheblicher Belastung". Die Kreditvergabe der Banken bleibe angesichts der großen Verluste und Abschreibungen eingeschränkt.

Zugleich verteidigte Bernanke die jüngsten Eingriffe der Fed bei der Übernahme der angeschlagenen US-Investmentbank Bear Stearns durch die J.P. Morgan Chase Bank. Ein Zusammenbruch von Bear Stearns hätte zu schweren Turbulenzen und Vertrauensverlusten geführt. Bereits am Dienstag, lediglich zwei Wochen nach der spektakulären Übernahme, hatte die Zentralbank die Übernahme formell gebilligt. Mit Blick auf die Wettbewerbslage hieß es in einer Erklärung, es gebe auch nach der Transaktion "zahlreiche Konkurrenten auf dem Markt".

Die US-Zentralbank hatte den Kauf von Bear Stearns seinerzeit durch ungewöhnliche eigene Zusagen ermöglicht, um dadurch einen Zusammenbruch der fünftgrößten US-Investmentbank im Zuge der US- Immobilienkrise zu verhindern sowie möglichen Panikreaktionen an den Finanzmärkten vorzubeugen. Unter anderen gab die Federal Reserve Zusagen von bis zu 30 Milliarden Dollar zur Sicherung der Liquidität. Außerdem öffneten die Währungshüter ihr "Diskont-Fenster" erstmals auch den Investmenthäusern und senkte gleichzeitig den zugehörigen Zinssatz, um so weiteren Bankenturbulenzen zu begegnen.

Zoellick meinte China, Indien und andere Wirtschaftsmächte im Aufschwung böten der Weltwirtschaft zunehmend "alternative Wachstumspole". "Mehr als die Hälfte des weltweiten Anstiegs in der Nachfrage nach Importen kommt jetzt aus Entwicklungsländern, was sowohl für Entwicklungsländer als auch für Industrienationen Exportchancen schafft". Dies bedeute eine "willkommene Diversifizierung der Wachstumsquellen". Zugleich ging er auf die Gefahren der weltweit ansteigenden Nahrungsmittelpreise für die Armen in der Dritten Welt ein.

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