„Klare Kante“ der Bundesregierung gefordert

USA planen Strafzölle auf Stahl - Deutsche Wirtschaft reagiert bestürzt

Experten entlarvten Donald Trumps „freundliche Pose“ beim Weltwirtschaftsgipfel als reinen Marketing-Gag. Vor allem deutsche Wirtschaftsvertreter warnen vor den geplanten US-Strafzöllen.

Davos - Deutsche Wirtschaftsvertreter haben mit Sorge auf die von den USA geplanten Strafzölle auf Stahl- und Aluminiumimporte reagiert. Die "freundliche Pose" von US-Präsident Donald Trump beim Weltwirtschaftsgipfel in Davos sei ein "Marketing-Gag" gewesen, sagte Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft, der "Welt am Sonntag". Falls die künftige US-Importpolitik nicht den Regeln der Welthandelsorganisation (WTO) entspreche, müsse die Bundesregierung "klare Kante zeigen".

Die geplante Abschottung wird den EU-Stahlmarkt laut Experten immens belasten

Der EU-Stahlmarkt sei der offenste der Welt, sagte Hans Jürgen Kerkhoff, Präsident der Wirtschaftsvereinigung Stahl, der Zeitung. "Die Industrie wäre überfordert, wenn andere Länder ihre Märkte abschotten." Kerkhoff hält "protektionistische Maßnahmen" für ungeeignet, um auf die "massiven Verzerrungen" auf den internationalen Stahlmärkten zu reagieren.

Auch Holger Bingmann, Präsident des Außenhandelsverbands BGA, äußerte sich in der "Welt am Sonntag" besorgt. "Die deutsche Wirtschaft mit ihrer internationalen Ausrichtung würde sicher zu den Leidtragenden gehören, selbst wenn die im Raum stehenden Strafzölle sie nicht direkt betreffen würden", sagt er.

Am Freitagabend hatte das US-Handelsministerium bekanntgegeben, dass es Schutzmaßnahmen zugunsten heimischer Stahl- und Aluminiumhersteller für eine Frage der nationalen Sicherheit hält. Präsident Trump muss bis Mitte April entscheiden, ob er den Vorschlägen folgt.

AFP

Rubriklistenbild: © AFP/ Saul Loeb

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