US-Börsenchef stürzt über Mammutbezüge

- New York - Der Chef der New Yorker Börse, Richard Grasso, ist nach heftiger Kritik an seinen monumentalen Bezügen von 139,5 Millionen Dollar zurückgetreten. Der 57-Jährige wurde vom Verwaltungsrat der New York Stock Exchange (NYSE) ausgebootet. Er hatte nach zunehmender Kritik wegen seiner enormen Pensions- und sonstiger Ansprüche seinen Rücktritt angeboten. Der Verwaltungsrat akzeptierte. Das ihm zugesagte Gehaltspakt darf er mitnehmen. Zusätzlich versüßen könnten ihm den Abgang eine Übergangszahlung von weiteren zehn Millionen Dollar und das Anrecht auf lebenslange Versicherungszahlungen.

<P>Grasso sollte im Zuge eines neuen Anstellungsvertrages bis 2007 sogar zusätzlich 48 Millionen Dollar erhalten. Darauf hatte er nach einem Sturm der Entrüstung jedoch verzichtet. </P><P>Kritiker hatten Grasso Interessenskonflikte vorgeworfen, da er Mitglieder des Verwaltungsrates mit ernannte, die ihm dann seine generösen Bezüge gewährt hatten. Die Börse selbst steht unter Beschuss, weil im Verwaltungsrat die Chefs der großen Investmentbanken und Großkonzerne sitzen, die die Börse beaufsichtigen soll.</P><P>Sein Abgang steht vor dem Hintergrund völlig überzogener Managerbezüge in den USA, einer unzureichenden Wall-Street-Aufsicht sowie Bilanzskandalen bei vielen US-Firmen. Die Suche nach einem prominenten Nachfolger, der das angeschlagene Image der NYSE wieder aufpolieren und notwendige Reformen durchführen soll, dürfte bald anlaufen. Als mögliche Nachfolger Grassos werden nach einem Bericht der Wirtschaftsagentur Bloomberg Robert Rubin, ein ehemaliger US-Finanzminister, und der Unternehmer Warren Buffett genannt. Buffett ist der zweitreichste Amerikaner. </P><P>Grasso hatte 36 Jahre für den NYSE gearbeitet. Er hatte als kleiner Angestellter an der NYSE angefangen und sich bis 1995 in die Führungsposition hoch gearbeitet. Grasso hatte die enorme Expansion der New Yorker Börse überwacht und sich nach den Terrorattacken vom 11. September 2001 mit der raschen Wiedereröffnung des weltgrößten Aktienmarktes enormes Ansehen verschafft.<BR></P><P> </P>

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