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US-Investor kauft Skandalfirma Heros

- Hannover - Ein US-Finanzinvestor will das nach einem Betrugsskandal insolvente Geldtransport-Unternehmen Heros übernehmen und unter neuem Namen fortführen. Im Zuge der Sanierung sollen bei dem Branchenführer allerdings 1600 von 4600 Arbeitsplätze wegfallen.

Name Heros nach Betrugsaffäre "verbrannt"

Wie der Heros-Insolvenzverwalter mitteilte, gab der Gläubigerausschuss grünes Licht für einen Vertragsabschluss mit dem US-Finanzinvestor Matlin-Patterson zum 1. Mai. Dieser wolle die Heros-Gruppe mit frischem Kapital ausstatten und den Betrieb flächendeckend fortführen. Über den Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden. Der Heros-Betriebsrat forderte einen sozialverträglichen Stellenabbau.

Heros-Chef Karl-Heinz Weis und drei Mitarbeiter sitzen in Untersuchungshaft, weil sie 350 Millionen Euro unterschlagen haben sollen. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Heros-Führung einen Teil des Geldes nutzte, um den laufenden Betrieb aufrechtzuerhalten. Wie bei einem Schneeball-System sollen über Jahre hinweg Löcher in der Bilanz gestopft worden sein. Gleich nach Bekanntwerden der Vorwürfe im Februar hatte die Heros-Gruppe Insolvenz angemeldet.

Nach Einschätzung des Heros-Insolvenzverwalters wurden von dem Betrugsskandal bis zu 1000 Firmen geschädigt. Allein der Kölner Handelskonzern Rewe hat nach eigenen Angaben einen Ausfall von 160 Millionen Euro verzeichnet.

Nach der Übernahme durch den US-Finanzinvestor Matlin-Patterson Global Advisers sollen bei Heros 1600 der 4600 Arbeitsplätze gestrichen werden. Betroffene Mitarbeiter sollen von einer neu zu gründenden Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft übernommen werden. Damit wollen die Investoren die Möglichkeit schaffen, bei dem erwarteten Wachstum "flexibel" auf den künftigen Personalbedarf reagieren zu können. Priorität habe zunächst aber die Neustrukturierung.

Insolvenzverwalter Manuel Sack sagte, Matlin-Patterson habe von drei Übernahmeangeboten, die dem Gläubigerausschuss vorgelegt wurden, das beste abgegeben. Das Unternehmen solle unter neuem Namen fortgeführt werden, weil der Name Heros "verbrannt" sei. Heros ist das größte deutsche Geldtransport-Unternehmen. Zur Heros Verwaltungs GmbH gehören 23 Tochterunternehmen.

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