US-Investor kauft 30 000 Wohnungen

- Hannover - Ausländische Investoren kaufen in großem Stil Wohnungen in Deutschland. Jetzt hat die Norddeutsche Landesbank (Nord/LB) die Immobilientochter NILEG mit 30 000 Wohnungen an den US-Finanzinvestor Fortress verkauft. Der Wert des Unternehmens wurde zuletzt auf 1 bis 1,8 Milliarden Euro geschätzt.

Fortress, eine Beteiligungsgesellschaft mit Sitz in New York, hatte im 2004 von der Bundesversicherungsanstalt für Angestellte (BfA) die Wohnungsgesellschaft Gagfah mit 80 000 Wohnungen für 2,1 Milliarden Euro erworben. Fortress will Marktführer im Bereich Wohnungshandel werden, die Gagfah soll schnell an die Börse gebracht werden. Die Verkäufe sind umstritten. Kritiker befürchten, dass es für die Mieter Nachteile wie Mieterhöhungen geben und dass das Niveau der Instandhaltung der Wohnungen heruntergefahren werde. So warnte der Verband bayerischer Wohnungsunternehmen in München unlängst vor einem "Ausverkauf" preisgünstiger Mietwohnungen an ausländische Investoren. Laut einer Studie der Deutschen Bank wird das Interesse ausländischer Investoren an deutschen Immobilien andauern. Die Bestände deutscher Wohnungsgesellschaften werden aus Sicht von Experten derzeit relativ niedrig bewertet. Während im Ausland die Preise explodieren, sind sie in Deutschland stabil. Die niedrigen Zinsen begünstigen einen hohen Fremdkapitaleinsatz beim Immobilienkauf. Weiter ist hier die Eigentumsquote mit 43 Prozent im internationalen Vergleich sehr niedrig. Finanzinvestoren könnten Effizienzpotenziale ausschöpfen, sprich die Kosten senken oder die Mieten steigern, womöglich sogar beides. Sie kaufen zu Großhandelspreisen ein und verkaufen die Wohnungen zu Einzelhandelspreisen, so die Studie.Der Europachef von Fortress, Robert Kauffman, hatte im April erklärt, die Investmentfirma wolle weiter auf Einkaufstour in Deutschland gehen und habe zwei Milliarden US-Dollar zum Kauf von Wohnungen eingesammelt.

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