US-Investor neuer Springer-Großaktionär

- Hamburg - Die Axel Springer AG, Europas größtes Zeitungshaus ("Bild", "Welt"), hat sich einen finanzkräftigen US-Investor ins Boot geholt und verfolgt damit weiterhin eine Internationalisierung des Geschäfts. Die Beteiligungsgesellschaft Hellman & Friedman (San Francisco) hat 19,4 Prozent des von der Deutschen Bank gehaltenen Aktienpakets für 350 Millionen Euro übernommen und wird neuer Großaktionär.

<P>Der Chef von Hellman & Friedman, Brian Powers, soll in den Springer-Aufsichtsrat einziehen und dort den Platz des früheren Großaktionärs Leo Kirch einnehmen. Die auf Medien spezialisierte US-Firma, die auch Haim Saban bei der Übernahme von Pro-Sieben-Sat.1 unterstützt hat, gewinnt damit in Deutschland an Terrain. Interesse an weiteren Beteiligungen in Europa besteht nach Angaben des Unternehmens.</P><P>Weil die Aktien vinkuliert sind, musste die Axel Springer AG dem Eigentümerwechsel zustimmen. "Wir wollen von der Erfahrung von Hellman & Friedman im internationalen Mediengeschäft profitieren", sagt Konzernsprecherin Edda Fels. Das Ausland trägt mit 460 Millionen Euro Umsatz (2002) bislang nur knapp 17 Prozent zum Gesamtumsatz bei. Dieser Anteil solle in den kommenden Jahren auf rund 30 Prozent gesteigert werden.</P><P>Ein drastischer Sparkurs hat dem Medienkonzern im ersten Halbjahr 2003 einen Gewinnzuwachs von 25 Prozent auf 90 Millionen Euro gebracht, sodass für 2003 ein Ergebnis über dem Vorjahreswert (61 Mio Euro) erwartet wird. Von dieser Wertsteigerung will Springer künftig selbst profitieren und daher bis zu zehn Prozent der Aktien für 54 Euro je Anteil übernehmen. Durch den Rückkauf hat der Verlag die Chance, bei Zukäufen statt mit Bargeld auch mit Aktien zu bezahlen. Die Deutsche Bank hat bereits signalisiert, ihr restliches Springer-Paket von rund zehn Prozent abgeben zu wollen.</P><P>Durch den neuen Aktionär seien "die Weichen für einen zweiten Börsengang bei Springer gestellt", sagte Fels. Denn in fünf bis sieben Jahren erwäge Hellman & Friedman eine Platzierung des Pakets an der Börse, sagte Geschäftsführer Patrick Healy. Wenn alle Pläne aufgehen, würde sich der jetzt angestrebte Streubesitz von rund 10 Prozent auf etwa 30 Prozent erhöhen. Dann wird sich am Aktienkurs realistischer ablesen lassen, wie es um Springer bestellt ist.</P>

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