US-Notenbank erhöht Leitzins

- Washington - Die amerikanische Notenbank (Fed) hat die Leitzinsen wie erwartet am Donnerstag von drei Prozent auf 3,25 Prozent angehoben. Dies hat der für die Zinspolitik der Fed zuständige Offenmarktausschuss in Washington einstimmig entschieden. Es war die neunte Zinserhöhung um jeweils 0,25 Prozentpunkte seit Juni 2004.

Die Währungshüter unter Führung von Notenbankchef Alan Green wollen auch an ihrem gemäßigten Zinserhöhungskurs festhalten. Sie sprachen wie in den vergangenen Monaten angesichts der begrenzten Inflationserwartungen weiter von einem "gemessenen" Tempo bei der Beseitigung von geldpolitischen Stimulierungsmaßnahmen, sprich einer Fortsetzung des moderaten Kurses bei den Leitzinserhöhungen.Selbst mit der jüngsten Zinsaktion biete die Währungspolitik in Kombination mit dem robusten Produktivitätszuwachs laufende Unterstützung für die Wirtschaftsaktivitäten. Obwohl die Energiepreise weiter gestiegen seien, bleibe die Expansion stark, und die Arbeitsmarktlage verbessere sich graduell, begründete der Offenmarktausschuss seine Entscheidung.Der Inflationsdruck sei erhöht geblieben, aber längerfristige Inflationserwartungen seien gut eingegrenzt. Mit angemessenen währungspolitischen Maßnahmen sollten die Auf- und Abwärtsrisken für ein anhaltendes Wachstum und die Preisstabilität nach Darstellung der US-Währungshüter etwa im Gleichgewicht gehalten werden.Die meisten US-Wirtschaftsweisen erwarten bis zum Jahresende drei weitere Aufschläge dieser Größenordnung womit der Leitzins auf vier Prozent steigen würde. Er hatte im Sommer vergangenen Jahren mit einem Prozent den niedrigsten Stand seit den späten fünfziger Jahren erreicht. Seither hatten die US-Notenbank mit ihrer zahlreichen Leitzinsaufschlägen einem potenziellen stärkeren Inflationsanstieg vorgebeugt.Die US-Wirtschaft hatte im ersten Quartal auf Jahresbasis hochgerechnet ein solides inflationsbereinigtes Wachstum von 3,8 Prozent verbucht. Für das Gesamtjahr erwartet die Wall Street ein Realwachstum von 3,5 bis 4,0 Prozent nach 4,4 Prozent in 2004.Die hohen Ölpreise, die in dieser Woche zeitweise über 61 Dollar je Barrel erreicht hatten, dürften sich allerdings früher oder später in Kombination mit den Zinsaufschlägen als Konjunkturbremse auswirken. Deshalb kann die Fed ihre gemäßigte Kurs nach Meinung von Marktexperten problemlos fortsetzen. Die Wall Street hatte am Donnerstag auf die US-Leitzinsentscheidung mit leichten Kursverlusten reagiert.

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