US-Notenbank hebt Leitzins auf 4,5 Prozent an

- Washington - Die US-Notenbank hat die Leitzinsen am Dienstag zum 14. Mail in Folge angehoben. Am letzten Tag der gut 18-jährigen Amtszeit von Notenbankchef Alan Greenspan erhöhte der Offenmarktausschuss den Satz für Tagesgeld am Dienstag um 0,25 Punkte. Der Satz liegt damit bei 4,5 Prozent und damit so hoch wie seit Mai 2001 nicht mehr. Am Donnerstag tagt auch die Europäische Zentralbank. Ökonomen rechnen bei der Sitzung noch nicht mit einer Zinsanhebung. In der Euro-Zone liegen die Leitzinsen bei 2,25 Prozent.

Mit der Sitzung ging die Ära Greenspan zu Ende. Er hat die USWirtschaft seit 1987 erfolgreich durch zwei Rezessionen und einen zehn Jahre anhaltenden Rekordaufschwung geführt. Er leitete 149 Ausschuss-Sitzungen und gilt als einer der größten Notenbanker aller Zeiten. Am Dienstag bestätigte der Senat in Washington auch Greenspans Nachfolger Ben Bernanke (52).

Erstmals seit Mai 2004 ließ die Notenbank die Formulierung fallen, die Zinsen könnten weiter "in angemessenen Schritten" steigen. Dennoch stellte sie weitere Zinsanstiege in Aussicht. "Der Ausschuss findet, dass weitere Anhebungen nötig sein könnten, um die Risiken, die Wirtschaftswachstum und Preisstabilität bedrohen, in etwa in Balance zu halten", hieß es in der Stellungnahme.

Amerikanische Ökonomen sehen die Spirale der Leitzinserhöhungen in den USA noch nicht am Ende. Eine Mehrheit rechnet nach einer Umfrage der Wirtschaftsagentur Bloomberg auch bei der Sitzung am 28. März wieder mit einer Erhöhung. Auf Bernanke wartet ein Balance-Akt: Die wieder gestiegenen Ölpreise stellen ein Inflationsrisiko dar, was eine weitere Erhöhung nahe legen würde, um den Preisauftrieb zu stoppen. Andererseits bedrohen höhere Ölpreise aber das Wachstum. Eine Leitzinserhöhung würde Kredite für Investitionen teurer machen und könnte zum weiteren Wachstumsdämpfer werden.

Das amerikanische Bruttoinlandsprodukt (BIP) war Ende vergangenen Jahres überraschend schwach gewachsen. Nach einer ersten Schätzung legte es nur 1,1 Prozent auf hochgerechneter Jahresrate zu, nach zehn aufeinander folgenden Quartalen mit mehr als drei Prozent Wachstum. Die US-Verbraucher hat das nicht beeindruckt: im Januar stieg der Index des Verbrauchervertrauens auf den höchsten Stand seit Juni 2002. Im vergangenen Jahr sind in den USA nach Angaben der Wirtschaftsagentur Bloomberg zwei Millionen neue Arbeitsplätze geschaffen worden, so viele wie seit 1999 nicht mehr.

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