US-Ölpreis weiter über 67 Dollar

- New York/Wien - Die US-Ölpreise haben am Freitag zwar leicht nachgegeben, lagen jedoch weiter in der Nähe ihrer Rekordstände vom Vortag. Rohöl zur Oktoberauslieferung fiel im elektronischen Handel am New Yorker Warenterminmarkt Nymex um 13 Cent auf 67,36 Dollar je Barrel. Am Vortag war im Tagesverlauf ein Rekordpreis von 68 Dollar erreicht worden. Zum Schluss lag der Preis bei 67,49 Dollar je Barrel (je 159 Liter).

Der Hurrikan Katrina zieht nach der Überquerung von Südflorida in den Golf von Mexiko. Das Hurrikan-Zentrum des amerikanischen Wetterdienstes erwartet, dass Katrina graduell nach Norden abdrehen und im östlichen Teil des Golfs von Mexiko bleiben dürfte. Damit würde der Sturm nach Darstellung amerikanischer Ölfachleute die wichtigsten Offhore-Öl- und Erdgasgebiete im Golf von Mexiko weitgehend verfehlen.

Auf den Golf von Mexiko entfällt ein Viertel der amerikanischen Erdgas- und ein Drittel der Ölförderung. Damit ist der Golf von Mexiko für die US-Ölversorgung wichtiger als Alaska. In den US-Bundesstaaten am Golf von Mexiko befinden sich zahlreiche Raffinerien. In Texas, Louisiana, Alabama und Mississippi gibt es aber auch zahlreiche große petrochemische Werke. Es läuft auch ein großer Teil der amerikanischen Ölimporte über die Golfhäfen.

Sollte sich Hurrikan Katrina verstärken und weiter als erwartet nach Nordwesten abdrehen, könnte es, wie schon mehrfach seit vergangenem Sommer, zu längeren Produktionsunterbrechungen und zu großen Schäden an den Bohrinseln und Pipelines kommen. Deshalb waren die Ölhändler und Hedge-Fonds weiterhin sehr nervös. Die spekulativen Hedge-Fonds waren in den vergangenen Tagen und Wochen wieder in großem Stil in den Öl- und Energiemärkten aktiv.

Am 5. September gehen mit dem "Labour Day" die amerikanischen Sommerferien zu Ende, und es könnte anschließend einen Rückgang der Benzinnachfrage geben. Allerdings fürchten sich die Amerikaner bereits jetzt vor dem Winter, weil die Heizöl- und Erdgaspreise in den vergangenen zwölf Monaten noch stärker gestiegen waren als die Rohölpreise.

Rohöl der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) ist jetzt so teuer wie nie zuvor. Nach Angaben des OPEC-Sekretariats vom Freitag in Wien kostete ein Barrel (159 Liter) aus den Fördergebieten des Kartells am Donnerstag im Durchschnitt 59,75 US-Dollar. Das waren 85 Cent mehr als am Mittwoch. OPEC berechnet den Durchschnittspreis seit Mitte Juni auf der Basis von elf wichtigen Sorten seiner Mitgliedsländer.

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