US-Rettungsplan für Banken löst Kursfeuerwerk aus

Frankfurt/New York (dpa) - Mit einem Kursfeuerwerk haben die Börsen am Freitagmorgen auf das Ringen der US-Regierung um ein umfassendes Rettungspaket für die Finanzbranche reagiert. Die Bemühungen nach der dramatischen Zuspitzung der Finanzkrise schürten Hoffnung, aus der Krise herauszukommen.

Der Deutsche Leitindex DAX stieg am Vormittag um 4,0 Prozent auf 6099 Punkte. Auch die asiatischen Börsen feierten die Ankündigung des umfassenden Rettungsplan mit Begeisterung. Der US-Leitindex Dow Jones hatte am Donnerstagabend mit einem Plus von 3,9 Prozent geschlossen.

US-Finanzminister Henry Paulson bestätigte in der Nacht, dass an einem Gesamtplan gearbeitet werde, um die Banken von ihren faulen Krediten zu retten. In Washington hatte sich Paulson kurzfristig mit US-Notenbankchef Ben Bernanke, Vertretern des US- Kongresses und der Präsidentin des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, getroffen, um über das Vorgehen zu beraten.

Am deutschen Aktienmarkt schnellten DAX die zuletzt gebeutelten Finanzwerte um bis zu 18 Prozent in die Höhe. Analysten bezeichneten das US-Rettungspaket als dringend erforderlich. "Die Alternative wäre eine Rezession mit ungeahnten Konsequenzen. Somit erkauft sich der Steuerzahler, zu dessen Lasten es geht, Stabilität", sagte Robert Halver von der Baader Bank. Die europäischen Aktienmärkten verzeichneten am späten Vormittag durchweg deutliche Kursgewinne. Der Stoxx50, der die Kurse der 50 größten europäischen Unternehmen zusammenfasst, stieg um 6,7 Prozent auf 2741 Punkte.

Der 225 Werte umfassende Nikkei in Tokio verzeichnete bis zum Handelsschluss durch die Rettungspläne einen Kurssprung um 3,8 Prozent auf 11 921 Punkte. In Hongkong stiegen die Kurse um 9,6 Prozent auf 19 328 Punkte. In Lateinamerika stieg der Bovespa-Index im brasilianischen Sao Paulo um 5,5 Prozent auf 48 423 Punkte.

Am russischen Aktienmarkt begann der Handel nach einer von der Regierung verordneten zweitägigen Pause mit massiven Gewinnen. Der Leitindex RTS stieg in der ersten Handelsstunde um knapp 14 Prozent auf 1206 Punkte. Die zweite große Börse des Landes, MICEX, verzeichnete sogar ein Plus von 17,9 Prozent. Die Börse ordnete wegen der massiven Zuwächse einen vorübergehenden Handelsstopp an.

Ein Rettungspaket der US-Regierung würde nach Ansicht zahlreicher Analysten die Bilanzen der Banken von Lasten befreien und ihnen einen normalen Geschäftsbetrieb ermöglichen. Die US-Justiz geht unterdessen wegen der Börsenturbulenzen verschärft gegen Spekulanten vor. Der New Yorker Generalstaatsanwalt Andrew Cuomo kündigte umfassende Ermittlungen zu böswillig gestreuten Gerüchten und illegalen Praktiken bei Börsenwetten auf fallende Kurse an.

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