US-Zinsen: Tendenz zeigt nach oben

- Washington - Die amerikanischen Leitzinsen können sich mittelfristig nur in eine Richtung bewegen: weiter nach oben. Notenbankchef Alan Greenspan hat den hohen Ölpreis und die Inflation im Blick, aber abgesehen davon auch die Rekorddefizite im US-Haushalt und in der Leistungsbilanz. Die üblichen Flitterwochen nach gewonnener Wahl kann die US-Regierung sich nicht leisten. Der starke Dollarrutsch Ende vergangener Woche hat das eindringlich gezeigt.

<P>Ökonomen in aller Welt und Greenspan selber warnen seit Monaten, dass die Zwillingsdefizite auf lange Sicht nicht haltbar sind. Das Haushaltsdefizit hat die Rekordmarke von 413 Milliarden Dollar erreicht, rund vier Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP), das Leistungsbilanzdefizit nähert sich sechs Prozent des BIP. Um dem gigantischen Handelsbilanzdefizit zu Leibe zu rücken, dürfte die US-Regierung mit einem schwachen Dollar zunächst gut leben können. Wenn ein schwacher Dollar aber den Kapitalfluss in die USA bremst, wird es brenzlig.</P><P>Noch finanzieren ausländische Investoren den US-Staat, der mit den Kriegs- und Verteidigungsausgaben weit über seine Verhältnisse lebt. Es sind in erster Linie asiatische Zentralbanken, die US-Anleihen kaufen. Wenn Investoren angesichts der Defizite aber kalte Füße bekommen, kann neues Geld nur mit höheren Zinsen gelockt werden. Das würde US-Unternehmen daheim den Investitionsanreiz und Verbrauchern über höhere Hypothekenzinsen das nötige Geld zur Ankurbelung der Wirtschaft nehmen. In den nächsten Monaten ist vor allem der alte Fuchs Greenspan wieder gefragt, um mit der Feinjustierung der Zinspolitik sowohl US-Verbraucher als auch internationale Anleger bei der Stange zu halten.</P>

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