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„Made in EU“: Neun von zehn hierzulande verkauften Blumen stammen aus der Europäischen Union.

Last-Minute-Geschenk gefällig?

Valentinstag: Tipps für den Blumenkauf

München - Blumen sind nach wie vor eines der beliebtesten Geschenke am Valentinstag. Wir sagen Ihnen, was Sie beim Last-Minute-Kauf beachten sollten.

Woher kommen die in Deutschland verkauften Blumen?

Laut dem Verband des Deutschen Blumen- Groß und Einzelhandels (BGI) stammen gut neun von zehn hierzulande gekauften Schnittblumen aus der EU – die meisten davon aus Holland und Deutschland. Bei Rosen, der Blumengattung, die am Valentinstag am häufigsten verschenkt wird, ist der Anteil der EU-Waren in deutschen Blumenläden, Supermärkten und Online-Shops mit 84 Prozent den Zahlen zufolge etwas geringer. In den Tagen vor dem Valentinstag importieren die Händler allerdings sehr viele Blumen aus afrikanischen Staaten – anders ist die enorme Nachfrage schlicht nicht zu bedienen.

Wo kaufe ich meine Blumen am besten?

Viele Deutsche kaufen laut BGI noch immer bevorzugt beim Floristen: Etwa die Hälfte des Umsatzes erzielt die Branche im Fachhandel – im Westen ist es sogar noch mehr. Doch Discounter und Supermärkte haben in den vergangenen Jahren stetig zugelegt, ebenso wie der Online-Handel. Die Qualitätsunterschiede zwischen den angebotenen Blumen in den Supermärkten und beim Floristen sind zwar in den vergangen Jahren geringer geworden. Experten raten aber vor allem Kunden, die individuelle Beratung oder etwa gemischte Sträuße kaufen wollen, zum Blumenkauf im Fachhandel. Dort ist die Ware oft frischer – aber natürlich auch teurer.

Was muss ich bei Bestellungen im Internet beachten?

Jeder fünfte Internetnutzer kauft seine Blumen einer Umfrage von Bitkom Research zufolge im Netz. Die Lieferung übernimmt dann die Post oder ein Botendienst. Gegenüber 2012 mit zehn Prozent habe sich die Anzahl der Online-Blumenkäufer damit verdoppelt. Der BGI geht zwar davon aus, dass der Anteil der Online-Besteller aktuell geringer als 20 Prozent ist, unstrittig ist jedoch der Trend zur Digitalisierung des Handels auch in diesem Bereich.

Damit der Blumenstrauß den Übergang von der digitalen in die reale Welt unbeschadet übersteht, müssen Käufer einige Besonderheiten beachten: Kommt der Blumenstrauß per Post, sollte die Bestellung spätestens einen Tag vor dem gewünschten Liefertermin aufgegeben werden. Ein Blick in die Lieferbedingungen oder die Allgemeinen Geschäftsbedingungen verrät, bis zu welcher Uhrzeit das geht.

Für Eil-Bestellungen gilt: Manche Händler nehmen Valentinstagsbestellungen noch am 14. Februar entgegen. Das funktioniert in der Regel aber nur bei Anbietern in der eigenen Stadt oder solchen, die über Blumengeschäfte vor Ort ausliefern lassen.

Ebenfalls zentral: Das übliche zweiwöchige Widerrufsrecht gilt bei verderblichen Waren wie Blumen nicht. Einige Händler bieten aber Frische- oder Zufriedenheitsgarantien. Ein Vergleich der Lieferbedingungen lohnt sich.

Wie hoch ist die Schadstoffbelastung von Blumen?

Tulpen, Narzissen, Hyazinthen: Umweltschützer und das Bundesumweltamt warnen seit Jahren, dass viele Pflanzen mit Pestiziden belastet seien. So werden laut Greenpeace im Anbau häufig Pestizide gegen Pilzbefall oder Insekten eingesetzt. Diese können sogar krebserregend sein. Der Ökoverband kritisierte unlängst, dass es in Deutschland anders als etwa bei Lebensmitteln bei Schnittblumen keine fixen Werte gebe, wie hoch die Produkte maximal belastet sein dürften. Unabhängigen Experten zufolge besteht für den Verbraucher hierzulande jedoch keine Gefahr. Die Ausdünstung der Pestizide sei „so gering, dass für den Verbraucher keine akute Gefahr besteht“, heißt es auch bei Greenpeace.

Anders sei dies freilich in den Herkunftsländern: Für die Arbeiter in manchen Ländern bestünden durch den massenhaften Pestizideinsatz große Gefahren. Verbandsvertreter Wittenburg weist jedoch daraufhin, dass ein großer Teil der zwischen Garmisch und Flensburg angebauten Blumen in Gewächshäusern gezüchtet werden: „Und dort werden sie oft überhaupt nicht mit Pesiziden gespritzt.“ Doch klar sei auch: „In den Mund nehmen sollte man Blumen natürlich nicht.“

-Wie kann ich dafür sorgen, dass durch meine Blumen die Umwelt und die Arbeiter in den Anbaugebieten möglichst wenig belastet werden?

Der Kunde sollte möglichst Produkte aus der eigenen Region kaufen. Generell gilt: Für in der EU hergestellte Blumen existieren oft weit strengere Regeln als für aus Übersee stammende Produkte. Der Einsatz vieler Pestizide in der Landwirtschaft ist EU-weit beschränkt, auch existieren meist Mindestlöhne. Ruhigen Gewissens können auch Fair-Trade-Produkte gekauft werden – da hier in der Regel strenge Standards gelten, welche Arbeiter und Umwelt in den Drittweltstaaten schützen.

Wie halten die Blumen möglichst lange?

„Normalerweise bleiben die Blumen in der heimischen Wohnung fünf bis sieben Tage frisch“, erläutert BGI-Sprecher Thomas Wittenburg. Beim Kauf müsse der Kunde darauf achten, dass die Blüten noch nicht zu weit geöffnet sind. „Das ist der beste Zeitpunkt.“ Seien die Knospen dagegen noch geschlossen, könne es passieren, „dass die Blumen mitunter gar nicht blühen.“ Wittenburg rät vor allem bei Rosen zum Einsatz von Granulat.

Die Blumen sollten angeschnitten werden. Auch ist es sinnvoll, die Vase vor dem Hineinstellen der Blumen frisch zu reinigen. Wird das Gefäß nicht ordentlich reinigt, beschleunigt sich vor allem die Bildung von Mikroorganismen im Wasser – dies kann sehr leicht zum vorzeitigen Verwelken der Blumen führen. Das Wasser, in das die Gewächse gestellt werden, sollte nicht zu warm oder zu kalt sein.

Wie laufen die Geschäfte der Branche?

Einen erheblichen Teil ihrer Gewinne erzielen die Blumenhändler in diesen Tagen. Der BGI geht davon aus, dass der Umsatz in der Woche vor dem Valentinstag in diesem Jahr unter dem des gleichen Vorjahreszeitraums liegen wird. „Diesmal liegt der Valentinstag mitten im Karnevals- und Faschingstrubel, was Umsätze kosten wird“, prophezeit BGI-Sprecher Wittenburg. Überdies leide die Branche unter den Mehrkosten durch den Mindestlohn.

Tobias Lill

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