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Vattenfall-Chef Magnus Hall: Die Umstellung auf erneuerbare Energien macht dem schwedischen Energiekonzern schwer zu schaffen. Foto: Fredrik Persson

Vattenfall schreibt tiefrote Zahlen

Vattenfall kämpft mit dem schwierigen Ausstieg aus fossilen Energien. Die Zukunft sieht der schwedische Staatskonzern in der Windkraft vor den Küsten. Doch herbe Verluste pflastern den Weg dorthin.

Stockholm (dpa) - Der schwedische Vattenfall-Konzern will den schwierigen Umstieg zu erneuerbaren Energien mit hohen Investitionen in die Zukunftssparte stemmen. Hohe Abschreibungen und die anhaltend niedrigen Börsenstrompreise drückten das Unternehmen im zweiten Quartal tiefer in die roten Zahlen.

Unterm Strich verbuchte Vattenfall zwischen April und Juni einen Verlust von 28,8 Milliarden schwedischen Kronen (3,1 Mrd Euro), wie der Staatskonzern berichtete.

Der Umsatz fiel mit 36,1 Milliarden Kronen (3,86 Mrd Euro) etwas geringer aus als im Vorjahreszeitraum. "Das ist natürlich eine sehr negative Entwicklung, die leider die Welt widerspiegelt, in der wir leben", meinte Vattenfall-Chef Magnus Hall mit Blick auf die Zahlen.

Die Entscheidung der Bundesregierung, große Energiekonzerne für das Überführen von Kohlekraftwerken in eine Reserve zu bezahlen, begrüßte Vattenfall. "Für uns bedeutet der Vorschlag auch mehr Klarheit in unserem Verkaufsprozess für die Braunkohlesparte", sagte Hall laut Mitteilung.

Seine deutsche Braunkohle-Förderung in der Lausitz will Vattenfall bis zum Jahresende verkaufen. In Sachsen und Brandenburg betreibt der Konzern derzeit noch fünf Kohlegruben und drei Kraftwerke. Ein weiteres Kraftwerk gehört den Schweden zusammen dem Karlsruher Energiekonzern EnBW.

Unter dem Eindruck der Krise will Vattenfall auch weiter beim Personal kürzen: "Der Stellenabbau, den wir im vorigen Quartal angekündigt haben, ist im Gang, hat sich aber durch unsere Neuorganisation verzögert", erklärte Hall. "Wir prüfen zusätzlich im gesamten Konzern, wo weiter Kosten reduziert werden können."

Bei der Umstellung auf erneuerbare Energien soll der Staatskonzern nach dem Willen der schwedischen Regierung aus Sozialdemokraten und Grünen Vorreiter sein. Seine konventionellen Kraftwerke in Dänemark hat Vattenfall jüngst abgestoßen. Zudem steckt das Unternehmen noch mehr Geld in die Windkraft. Nach der Eröffnung des Windparks DanTysk baut Vattenfall gemeinsam mit den Stadtwerken München einen Park in der deutschen Nordsee sowie einen weiteren in Dänemark.

Quartalsbericht, Schwedisch

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