VDO-Börsengang bis Ende September

Siemens: - München/Hannover - Siemens will seine Autozuliefersparte Siemens VDO spätestens Ende September an die Börse bringen. Der Börsengang solle noch vor Abschluss des laufenden Siemens-Geschäftsjahres erfolgen, das am 30. September ende, sagte eine Unternehmenssprecherin in München.

"Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren." Zugleich bekräftigte der Autozulieferer Continental sein Interesse an VDO. Conti habe unverändert Interesse an einer Übernahme der Siemens-Sparte, sagte ein Sprecher in Hannover.

Seit diesem Freitag firmiere die Sparte als Siemens VDO Automotive AG mit Sitz in Regensburg, sagte die Siemens-Sprecherin weiter. Damit sei die Voraussetzung für einen Börsengang geschaffen worden. Ursprünglich war die Ausgliederung der Sparte in eine eigenständige Aktiengesellschaft bereits zum 1. Mai geplant gewesen, von Siemens dann aber um einen Monat verschoben worden. Damaligen Presseberichten zufolge hatte es Probleme gegeben, sich mit den Arbeitnehmern auf eine Überleitungsvereinbarung zu einigen. Siemens VDO war erst im vergangenen Jahr in den Siemens-Konzern integriert worden.

Die neue Siemens VDO Automotive AG sei zunächst eine 100-prozentige Tochter der Siemens AG, sagte die Sprecherin weiter. Zugleich bekräftigte sie, dass Siemens auch nach dem geplanten Börsengang an der Aktienmehrheit und der industriellen Führung bei VDO festhalten wolle. Der Börsengang sei für Siemens weiterhin die "bevorzugte Option". Angebote von Investoren für einen Kauf der Sparte würden aber geprüft. "Wenn ein Angebot vorgelegt wird, sind wir verpflichtet, es zu prüfen - und das tun wir auch", sagte die Sprecherin.

In Branchenkreisen hatte es Ende Mai geheißen, der Continental habe für die Siemens-Tochter gut zehn Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Bei einem Börsengang rechnen Analysten mit einem Erlös von sieben bis acht Milliarden Euro für VDO. Siemens-Finanzvorstand Joe Kaeser hatte dagegen Mitte Mai erklärt, noch kein überzeugendes, wettbewerbsfähiges Angebot von Conti bekommen zu haben. Auch dem US-Automobilzulieferer TRW und den Finanzinvestoren KKR und Permira wird Interesse an Siemens VDO nachgesagt.

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