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Parlamentspräsident Borges wandte sich an Deutsche-Bank-Chef Cryan. Foto: Arne Dedert

Wegen des Gold-Deals

Venezuelas Opposition appelliert an Deutsche Bank

Caracas - Venezuela hatte große Goldreserven - dann wurde die Krise im Zuge des Ölpreisverfalls immer schlimmer; Gold wurde gegen Dollars getauscht. Die Opposition kämpft gegen ein weiteres Verscherbeln der Reserven - Banken würden damit eine diktatorische Regierung stützen.

Venezuelas Parlamentspräsident warnt die Deutsche Bank eindringlich vor einem Goldgeschäft mit der sozialistischen Regierung des Krisenlandes, das dringend frische Devisen braucht.

In einem Brief an Bank-Chef John Cryan fordert Parlamentspräsident Julio Borges, so ein Geschäft nicht einzugehen, da Präsident Nicolás Maduro eine Diktatur errichte. Zudem unterstütze man sonst eine Regierung mit "Verbindungen zum Drogenhandel und internationalen Terrorismus".

Der Brief liegt der Deutschen Presse-Agentur vor. Auf Anfrage teilte die Deutsche Bank mit, sie kommentiere dies nicht. Laut Berichten gab es bereits 2016 sogenannte Swap-Geschäfte, bei denen die Zentralbank einer anderen Bank Goldreserven für eine bestimmte Zeit leiht und im Gegenzug dafür Devisen erhält. Wegen der sich dramatisch zuspitzenden Versorgungskrise und enormen Devisenknappheit plant die Regierung nach Angaben der Opposition ein weiteres großes Goldgeschäft.

Venezuela wird von einem blutigen Machtkampf erschüttert. Da rund 95 Prozent der Staatseinnahmen aus dem Ölverkauf kommen, leidet das Land besonders stark unter dem Ölpreisverfall - deshalb, und wegen der Bedienung der Auslandschulden und der höchsten Inflation der Welt hat das Land kaum noch Rücklagen, um Medikamente und Lebensmittel einzuführen. Als Notlösung wird das Goldgeschäft angesehen.

Unter dem 2013 verstorbenen Präsidenten Hugo Chávez wurden die Goldreserven heimgeholt, seit 2015 hat Venezuela aber angeblich bereits weit über die Hälfte seiner einst 361 Tonnen Gold verkauft oder verpfändet - es wurde zum wohl größten Goldverkäufer der Welt. Die Zentralbank beziffert den Wert der noch vorhandenen Reserven nach Angaben des Portals "El Nacional" auf 7,727 Milliarden US-Dollar.

"Dieses diktatorische System hat ein stark interventionistisches, korruptes und ineffizientes Wirtschaftsmodell etabliert, das das produzierende Gewerbe und die nationale Ölindustrie zerstört hat", schreibt Borges. Zudem komme es zu Menschenrechtsverletzungen und das Parlament sei zeitweise entmachtet worden. Weil die Regierung die Wirtschaft ruiniert habe, setze sie für den Machterhalt auf ein Gold-Swap-Geschäft, um frische Dollar-Reserven zu bekommen.

dpa

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