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Nicht nur in Seniorenheimen (wie hier in Chemnitz, Archivbild aus dem Jahr 2003) werden die Zivildienstleistenden vermisst werden. 

Zivis werden an vielen Ecken fehlen

Köln - Soziale Verbände sind wegen des Wegfalls von Zivi- Stellen nach Aussetzung der Wehrpflicht zunehmend alarmiert. Die Zivildienstleistenden werden ab Juli an vielen Ecken fehlen.

“Wir können die Zivildienststellen so schnell gar nicht auffangen“, sagte Malteser-Sprecher Klaus Walraf am Freitag in Köln. Für viele behinderte oder alte Menschen stehe bald kein Zivi mehr zur Verfügung.

“Unsere Sorge ist, dass wir diese Menschen nicht so versorgen können, wie sie es gewöhnt waren“, sagte Walraf. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) in Nordrhein-Westfalen verzeichnet nach eigenen Angaben bereits jetzt einen drastischen Rückgang der Zivildienstleistenden. Erste Kreis- und Ortsverbände müssten Angebote wie Fahrdienste kündigen, sagte Gabriele Thivissen vom Landesverband Nordrhein der “Kölnischen Rundschau“ (Freitag).

Mit dem Ende der Wehrpflicht läuft auch der Zivildienst am 30. Juni 2011 aus. Der Bundesbeauftragte für den Zivildienst, Jens Kreuter, reagierte darauf mit Unverständnis. “Die Aufregung des Roten Kreuzes ist völlig unberechtigt“, sagte er der Nachrichtenagentur dpa. “Es geht in dieser großen Umbruchsituation darum, den Einzelfällen gerecht zu werden und eine Gleichberechtigung mit den Bundeswehrrekruten zu erreichen.

Im Übrigen haben wir nach wie vor knapp 58 000 Zivildienstleistende - viel mehr als erwartet.“ Das DRK wirft dem Bundesamt für Zivildienst vor, die ohnehin schwierige Lage noch zu verschärfen. So würden alle Einberufungen ab dem 1. Februar widerrufen, wenn die Betreffenden nicht bereit seien, länger als bis zum 30. Juni Zivildienst zu leisten.

Die Malteser forderten eine schnelle Verabschiedung des Gesetzes für den neuen Bundesfreiwilligendienst.

dpa

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