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Taxis vor dem Hauptbahnhof in Düsseldorf. Foto: Henning Kaiser/Illustration

Verband: Trotz Preiserhöhungen kaum weniger Taxifahrten

Die Taxifahrt vom Flughafen, von der Kneipe oder von der Arbeit nach Hause kostet in vielen Städten wegen des Mindestlohns nun deutlich mehr. Die Mehrzahl schreckt das nicht ab, sagt der Branchenverband. Doch mancherorts müssen Fahrgäste mit Unannehmlichkeiten rechnen.

Berlin (dpa) - Wegen des Mindestlohns sind die Taxipreise teilweise massiv gestiegen - dem Geschäft schadet das aber nach Angaben des Branchenverbandes BZP kaum.

"Wir sehen einen leichten Auftragsrückgang bei privaten Fahrten. Da merkt man schon, dass sich der Preis verändert hat und Kunden bewusster gucken: Wann nutze ich noch eine Taxe und wann nicht", sagte BZP-Präsident Michael Müller der Deutschen Presse-Agentur. "Im Tagesgeschäft und dort, wo man aufs Taxi angewiesen ist, spüren wir aber keinen Rückgang."

Die Branche hatte vor Einführung des gesetzlichen Mindestlohns von 8,50 Euro pro Stunde zum Jahresstart Preisaufschläge angekündigt und vor Arbeitsplatzverlusten und massiven Kundenrückgängen gewarnt. "Wir gehen davon aus, dass inzwischen etwa 80 bis 85 Prozent der 802 Genehmigungsbereiche in Deutschland die Tarife angehoben haben", sagte Müller. "Das bewegt sich von teilweise sehr moderaten Anpassungen von 5 oder 10 Prozent bis hin zu fast 40 Prozent."

Für die Festlegung der Fahrpreise sind in Deutschland die kommunalen Behörden zuständig. Bereits mit dem Jahreswechsel war die Fahrt im Taxi dem Monatsbericht Mai der Deutschen Bundesbank zufolge im Bundesdurchschnitt bereits schlagartig um 5,2 Prozent teurer geworden. Nach weiteren Erhöhungen haben sich demnach die Preise um rund zehn Prozent erhöht.

In manchen Städten stehen Preissteigerungen einer dpa-Umfrage zufolge auch erst noch an: In Berlin soll Taxifahren im Schnitt um 13,9 Prozent teurer werden. Die Kosten für eine Fahrt etwa vom Alexanderplatz zum Flughafen Tegel (14 Kilometer) steigen von 24,80 Euro auf 28,30 Euro. In Karlsruhe soll es im Sommer ein Plus von durchschnittlich 15 Prozent geben. Hingegen ist in München derzeit keine Preiserhöhung in Sicht.

Ganz anders ist die Lage in Ostdeutschland. Dort haben die Taxitarife in manchen Städten besonders stark angezogen, zum Beispiel in Erfurt (mehr als 30 Prozent), Leipzig (25 Prozent), Dresden und Chemnitz (beide 20 Prozent). In Brandenburg seien die Preise im Schnitt zwischen 14 und 20 Prozent angehoben worden, teilte Karl-Heinz Kirle vom Taxi Verband Berlin Brandenburg mit. In Mecklenburg-Vorpommern wurden fast flächendeckend die Fahrpreise um 10 bis 25 Prozent nach oben gesetzt. Meist waren die Tarife zuvor seit Jahren nicht mehr erhöht worden.

Aber auch im Westen müssen die Kunden in vielen Städten mehr für die Taxifahrt bezahlen, so in Stuttgart (20 Prozent), Hamburg (7,8 Prozent), Bremen (14,3 Prozent) und Hannover (20 Prozent). Auch in Nordrhein-Westfalen stiegen die Kilometerpreise vielerorts merklich: Etwa in Münster (18 Prozent), Düsseldorf (16 Prozent), Duisburg (11 Prozent), Köln (7 Prozent) und Dortmund (knapp 7 Prozent).

"Allein die Taxitarifanpassung reicht aber nicht aus, um den Mindestlohn bezahlen zu können", sagte BZP-Präsident Müller. Die Chauffeure melden sich an ihrer Vermittlungszentrale zur Annahme von Fahrten an und am Ende melden sich wieder ab, wenn sie Feierabend machen. "Diese angemeldete Zeit bei der Zentrale ist im Schnitt um 15 bis 20 Prozent zurückgegangen." In den weniger nachgefragten Zeiten nachts liege der Rückgang bei bis zu 40 Prozent. Für die Kunden bedeutet das: "Zu Zeiten geringerer Nachfrage kann es zu Wartezeiten von wenigen Minuten kommen, es steht nicht mehr zu jeder Zeit an jeder Ecke ein Taxi."

Die Einschränkungen haben auch Auswirkungen auf die Beschäftigung. "Es sind überwiegend die Minijobs, die erst einmal abgebaut werden." Vielerorts werde bei den Taxitarif-Anpassungen noch nachgefeilt. "Man überprüft erst einmal, ob die bisherigen Maßnahmen reichen, man entlässt nicht sofort Festangestellte", sagte der BZP-Präsident. "Da reduziert man erst einmal die Arbeitszeit und wartet ab, wie sich die Situation weiter entwickelt."

BZP Geschäftsbericht 2013/14

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