Verbraucher bester Laune

Marktforschungsinstitut GfK: - Nürnberg/München - Angetrieben von einem starken Konjunkturoptimismus, hat sich die Verbraucherstimmung in Deutschland nach der Schwächephase des ersten Quartals wieder spürbar erholt. Der Konjunktureuphorie der Verbraucher seien derzeit keine Grenzen gesetzt, teilte das Marktforschungsinstitut GfK mit.

Für sie wurde der höchste Wert überhaupt gemessen. Auch die Einkommenserwartung machte einen Sprung nach oben. Die zu Jahresbeginn wegen der Mehrwertsteuererhöhung eingebrochene Anschaffungsneigung legte verhalten zu. Der Indikator für das Konsumklima steigt von 4,4 Punkten im April auf 5,5 Punkte im Mai und bleibt damit knapp unter dem Vorjahreswert.

GfK-Chef Klaus Wübbenhorst rechnet mit einer anhaltenden Erholung des Konsumklimas. "Die Daten sind robust", sagte er. Sie deuteten auf einen klaren Stimmungsumschwung hin. Die Mehrwertsteuererhöhung und die hohen Energiepreise würden heute längst nicht mehr so kritisch gesehen wie noch im vergangenen Jahr. Hinzu komme, dass die höhere Mehrwertsteuer bei vielen Produkten nicht voll an die Verbraucher weitergegeben worden sei. "Die Auswirkungen sind weniger dramatisch, als viele gedacht haben."

"Die deutlichen Hinweise für einen Konjunkturaufschwung werden von den Verbrauchern zusehends wahrgenommen", so die GfK. Der Indikator für die Konjunkturerwartung legte um 8 Punkte auf 61 Punkte zu - der höchste Wert seit Beginn der Erhebungen im Jahr 1980. Ein wesentlicher Faktor dafür sei die überaus positive Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt.

Die gute Arbeitsmarktbilanz sowie steigende Löhne und Gehälter sorgten dafür, dass auch die Einkommensaussichten wieder deutlich nach oben gerichtet seien. Sie erreichten mit 29,6 Punkten (plus 14) den höchsten Wert seit sechs Jahren. Die Verbraucher gehen nach GfK-Einschätzung davon aus, dass sie künftig wieder mehr Geld in der Tasche haben werden. Dies könne auch neue Belastungen der Haushalte wie den Wegfall der Pendlerpauschale kompensieren.

Die Anschaffungsneigung, die zu Jahresbeginn abgestürzt war, legte zum zweiten Mal in Folge verhalten zu. Sie erholte sich um 6 Punkte und liegt nun bei minus 6,5 Punkten, ist allerdings weit von den Vorjahreswerten entfernt. Das Thema Mehrwertsteuer spiele in den Überlegungen der Konsumenten jedoch zunehmend eine untergeordnete Rolle, hieß es. Im Jahresverlauf werde sich die Anschaffungsneigung weiter erholen.

Wübbenhorst sagte, trotz des Anstiegs der Konsumklima-Indikatoren im April halte die GfK vorläufig an ihrer Jahresprognose fest, dass der private Konsum um ein halbes Prozent steigen werde.

Der GfK-Chef räumte ein, dass der Aufschwung nicht alle Bevölkerungsschichten gleichermaßen erreiche. "Es ist nicht so, dass nun 80 Millionen Bürger jubeln." So entstünden neue Arbeitsplätze eher im Westen als im Osten Deutschlands. Generell gehe es nach der "Delle" zu Jahresbeginn aber wieder aufwärts. Für die Studie der GfK werden monatlich 2000 Verbraucherinterviews geführt.

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