Verbraucher etwas optimistischer: Konsumlust leidet unter Job-Angst

- Nürnberg - Nach den Unternehmen hat sich nun auch bei den Verbrauchern die Stimmung wieder verbessert. Im April stiegen vor allem die Konjunkturerwartungen der Bundesbürger, wie die GfK in ihrer Konsumklimastudie ermittelte. Doch auch für Unternehmen gab es eine gute Nachricht: Der Auftragseingang im Maschinenbau stieg um 37 %.

<P>Die Konsumlust blieb wegen der Angst um den Arbeitsplatz aber weiter schwach. Auch 2004 dürfte die Binnennachfrage daher kaum zum Wirtschaftsaufschwung beitragen, erklärte die GfK. Anfang der Woche hatte das Ifo-Institut von einem Stimmungsumschwung in der deutschen Wirtschaft berichtet. <BR><BR>Hauptproblem ist laut GfK weiterhin die geringe Bereitschaft der Bundesbürger zu größeren Anschaffungen in der nächsten Zeit. Der Indikator Anschaffungsneigung liege weiterhin im negativen Bereich und habe sich im April erneut verschlechtert. Er "ist somit das Sorgenkind Nummer 1 der Konjunkturentwicklung in Deutschland", erklärten die Experten. "Die deutschen Verbraucher haben derzeit einen Fuß auf dem Gaspedal und gleichzeitig den anderen auf der Bremse", sagte Gfk-Chef Klaus Wübbenhorst dem "Handelsblatt".<BR><BR>Gefahren für die Konsumneigung sieht Wübbenhorst auch für den Fall, dass die Opec die Richtpreise für Öl Ölpreis anhebt. "Höhere Benzinpreise zapfen zusätzliches Geld aus den Portemonnaies ab und tragen zu einer höheren gefühlten Inflation bei." Von Sportereignissen wie Olympiade und Fußball-Europameisterschaft erwartet sich die GfK positive Konsum-Effekte.<BR><BR>Deutlich erholt haben sich die Erwartungen der Verbraucher an die Konjunktur. Ein Plus von 10,5 Punkten habe die Verluste des Vormonats wieder nahezu wettgemacht, hieß es. Mit minus 1,5 liege der Indikator aber knapp unter seinem langjährigen Durchschnittswert 0.<BR><BR>Der bessere Aprilwert dürfe nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Verbraucher nach wie vor verunsichert seien. Eine Belastung für die Konjunkturstimmung sei derzeit die Debatte um die Verlagerungen von Arbeitsplätzen ins Ausland.<BR><BR>Der Aufschwung hat auch die Schlüsselbranche für die gesamte Konjunkturentwicklung im März erfasst. Der Auftragseingang stieg auf Gund von Großaufträgen im März im Jahresvergleich um 37 %, teilte der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau mit. Maßgeblicher Motor für die positive Entwicklung waren die Aufträge aus dem Ausland, die um 41 Prozent zulegten. Aber auch die noch im Februar rückläufige Inlandsnachfrage sprang an (plus 28 %).<BR><BR>Unterdessen sind Experten über die Lage in Deutschland uneins: Der Finanzwissenschaftler Rolf Peffekoven sieht einen wirtschaftlichen Aufschwung für Deutschland noch in weiter Ferne. Mit der Vorlage des Frühjahrsgutachten der Wirtschaftsinstitute seien alle politischen Konjunkturträume ausgeträumt, sagte Peffekoven der "Saarbrücker Zeitung". Die zentralen Probleme Arbeitslosigkeit und zerrüttete Staatshaushalte blieben vorerst ungelöst. <BR><BR>Nach Ansicht des Chefvolkswirts der Deutschen Bank, Norbert Walter, ist die konjunkturelle Stimmung in Deutschland schlechter als die tatsächliche Lage. "Nach allem, was zu lesen ist, fiel der Start des Jahres deutlich schlechter aus als angenommen. Stimmen die Indikatoren, haben wir ein wirkliches Problem. Mein Bauch sagt mir aber etwas anderes", sagte er "Focus-Money". "Bei einer brummenden Weltkonjunktur und der damit verbundenen Nachfrage nach Investitionsgütern sollte der Standort Nummer zwei für diese Waren auf dem Globus reichlich Aufträge haben."<BR></P>

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