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Oft ist es gar nicht so sehr der Verlust von Geld der schmerzt. Mehr Ärger und Lauferei entsteht beim Wiederbesorgen von Karten und Ausweisen.

Verlieren und Finden: Das müssen Sie wissen

München - Einen Geldbeutel zu verlieren, ist ärgerlich. Wer hingegen ein Portemonnaie findet, sollte es sofort bei der zuständigen Behörde abgeben – denn wer ein Fundstück behält, macht sich strafbar.

Zirka 50 000 Gegenstände lagern pro Jahr allein im Münchner Fundbüro. Das meiste davon sind Schirme, Schlüssel und Brieftaschen. Aber auch so ungewöhnliche Dinge wie eine Urne, ein Grabkreuz und ein Schwert wurden bereits in den Räumen der Behörde an der Oetztaler Straße 19 abgeliefert – eben alle Fundstücke, die über zehn Euro kosten. Denn nur wenn ein Gegenstand weniger wert ist, muss dessen Fund nicht angezeigt werden. Alle anderen Sachen müssen unverzüglich bei der zuständigen Behörde abgegeben werden, will man sich nicht der Unterschlagung strafbar machen.

Die zuständigen Behörden

Neben den Fundbüros nehmen auch Polizeiwachen und Bürgerbüros Fundstücke entgegen. Die Deutsche Bahn und Flughäfen unterhalten in der Regel eigene Anlaufstellen. Gegenstände, die in einer Behörde oder in den öffentlichen Verkehrsmitteln entdeckt werden, müssen nach Angaben von Sabine Eisenhauer direkt bei der Behörde, beim Fahrer oder bei einer Servicestelle abgegeben werden. Eine Ausnahme bilden der Leiterin des Münchner Fundbüros zufolge Fahrräder: Herrenlose Drahtesel müssen bei der Polizei angezeigt werden, weil der Verdacht auf Diebstahl bestehe. Wenn sich dieser nicht erhärtet, überstellen die Beamten die Fahrräder an die Fundbüros.

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Fund- und Verlustanzeige

Liefert der Finder einen Gegenstand bei der jeweils zuständigen Behörde ab, kann er eine Fundanzeige aufgeben. „Darin werden neben Namen und Adresse des Finders sowie das Datum und der Ort des Fundes festgehalten“, erklärt Eisenhauer. „Wichtig ist vor allem, dass auch eindeutige Identifizierungsmerkmale aufgeschrieben werden.“ Wer etwas verloren hat, muss dieselben Informationen bei einer Verlustanzeige angeben. „Später werden Fund- und Verlustanzeige Punkt für Punkt abgeglichen, damit die Fundsache dem Verlierer zweifelsfrei zugeordnet werden kann.“

Finderlohn bei Straßenfund

Mit der Anzeige sichert sich der Finder aber auch seinen Finderlohn. „Wer etwas findet, hat grundsätzlich Anspruch auf fünf Prozent vom Wert der Fundsache“, erläutert Eisenhauer. Ist die Sache mehr als 500 Euro wert, steht dem Finder ein zusätzlicher Finderlohn in Höhe von drei Prozent des Mehrbetrags zu. „Holt der Verlierer die Fundsache ab, so ziehen wir – wenn möglich – den Finderlohn für den Finder ein, der dann automatisch benachrichtigt wird“, erzählt die 42-Jährige.

Doch genau das versäumen der Stiftung Warentest zufolge viele Fundbüros. In Konsequenz können viele ihren Finderlohn nicht geltend machen. Die Verbraucherschützer raten deshalb, sich regelmäßig zu erkundigen, ob das Fundstück bereits an seinen Besitzer zurückgegeben wurde.

Ausnahmen: Fund in Behörde, Zug, Bus

Findet jemand in einer Behörde oder in öffentlichen Verkehrsmitteln etwas, hat er erst ab einem Wert von 50 Euro Anspruch auf Finderlohn. Und auch dann erhält er nur die Hälfte des üblichen Satzes. Bei einem Fund in privaten Geschäftsräumen gibt es nur einen Bonus, wenn eine schriftliche Verzichtserklärung des Geschäftsinhabers vorliegt.

Fristen und Eigentumserwerb

Fundsachen, die mehr als zehn Euro wert sind, werden in der Regel drei Monate von den Fundbüros aufbewahrt. „Geringerwertige Gegenstände, die zudem keine eindeutigen Identifizierungsmerkmale haben, nur einen Monat“, weiß Eisenhauer. Hat sich der Finder bei Abgabe der Fundsache den sogenannten Eigentumserwerb vorbehalten, muss das Fundstück ein halbes Jahr aufbewahrt werden. Lässt sich der Besitzer in diesem Zeitraum nicht ermitteln, steht das Fundstück dem Finder zu.

Wenn der Gegenstand in einer Behörde oder einem Verkehrsmittel gefunden wurde, ist der Eigentumserwerb dagegen ausgeschlossen. Ähnliches gilt auch für einen Fund in privaten Geschäftsräumen. Der Eigentumserwerb ist dann nur möglich, wenn eine schriftliche Verzichtserklärung des Geschäftsführers vorliegt. Aber: Meldet sich der Eigentümer innerhalb von drei Jahren doch noch, muss der Finder ihn nach Paragraf 977 des BGB entschädigen oder ihm das Fundstück zurückgeben. „Die entscheidende Frage ist aber, ob der Eigentümer überhaupt noch plausibel nachweisen kann, dass es sich um sein Eigentum handelt“, unterstreicht Eisenhauer.

Versteigerung von Fundsachen

Holt niemand die Fundsachen ab, werden sie nach Ablauf der Fristen je nach Zustand vernichtet oder versteigert. In München kommen Fahrräder im Frühjahr und Spätsommer unter den Hammer, sonstige Fundsachen im Spätherbst und im Frühjahr. Die genauen Termine werden im Internet unter www.fundbuero-muenchen.de veröffentlicht. „Massenartikel wie Brillen, Schirme oder Handschuhe stellen wir auf Antrag auch für karitative Zwecke zur Verfügung“, sagt Eisenhauer. Da kommt einiges zusammen, denn laut der Leiterin des Fundbüros werden nur 20 bis 30 Prozent der Sachen von ihren Eigentümern abgeholt.

Das kostet der Verlust eines Geldbeutels

Auch viele Geldbeutel finden nicht mehr den Weg zu ihren Besitzern. Dabei ist es nicht gerade günstig und noch dazu langwierig, sich den Inhalt eines Portemonnaies ersetzen zu lassen. Für die Ausstellung eines Personalausweises beispielsweise wird eine Gebühr von acht Euro fällig. Die Herstellung dauert zirka drei Wochen. Sollte sofort ein Ausweisdokument benötigt werden, können die Behörden gegen eine Gebühr von ebenfalls acht Euro einen vorläufigen Personalausweis ausstellen, der drei Monate gültig ist.

Der Ersatz eines Führerscheins ist teurer: Die Kosten betragen 35 Euro. Hinzu kommen 30,70 Euro für die eidesstattliche Versicherung, dass der Führerschein auch wirklich verloren wurde. Wie viel eine neue ec- oder Kreditkarte kostet, hängt von der Bank ab. Bei der Sparkasse München beispielsweise fallen fünf Euro für eine ec- und zirka 20 Euro für eine Kreditkarte an. Die Postbank erhebt je ein Entgelt von 15 Euro. Macht insgesamt bis zu 106 Euro – ganz zu schweigen von dem Verlust persönlicher Erinnerungsstücke wie Fotos. Denn die können nicht mit Geld ersetzt werden.

von Silke Scheder (mit Material von dpa)

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