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Erste Erfolge zeigt das Internet-Portal www.lebensmittelklarheit.de.

Verbraucher wehren sich gegen Etikettenschwindel

München - Seit exakt 100 Tagen können Verbraucher das Internet-Portal Lebensmittelklarheit.de nutzen, um Tricks der Hersteller öffentlich zu machen. Mit ersten Erfolgen: Einige Rezepturen wurden geändert.

Verbraucher tappen im Supermarkt regelmäßig in die kreativen Werbefallen der Lebensmittelhersteller, die bei den Rezepturen nicht selten tief in den Chemiebaukasten greifen. Jetzt können Verbraucher zurückschlagen und im Internet über das Portal www.lebensmittelklarheit.de Ross und Reiter nennen. Heute vor 100 Tagen ging die Webseite online – 3380 Produktmeldungen sind seitdem eingegangen, 920 davon wurden bereits bearbeitet und 27 Hersteller haben reagiert.

Trotz der etwas mageren Ausbeute ist Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) stolz auf die erste Bilanz des Portals, das die Verbraucherzentrale Hessen betreibt und von Berlin gefördert wird. „Mit solch einem Ansturm hatten wir nicht gerechnet“, sagte Aigner unserer Zeitung. Von einem öffentlichen Pranger, wie Kritiker das Portal bezeichnen, will Aigner nichts hören. Sie nennt das Prozedere auf der Website „einen seriösen Dialog zwischen Verbrauchern und Wirtschaft“. Man könne sehen „wo genau die Verbraucher der Schuh drückt und wo eventuell Regelungen angepasst werden müssen“, sagte Aigner. Derzeit befinde man sich in der erste Phase, in der man Hinweise sammle, bewerte und beantworte. Erst im zweiten Schritt gehe es darum, grundsätzliche Probleme zu benennen und zusammen mit der Lebensmittel-Kommission Lösungen zu erarbeiten.

Das Interesse bei den Verbrauchern ist groß. Jeden Tag trudeln bei den Betreibern des Portals bis zu 30 neue Meldungen ein – und auch die Hersteller, die im Vorfeld mit Boykott gedroht hatten, arbeiten mit. „Einige haben das Prinzip verstanden“, meint Aigner. Jeder genannten Firma wird Zeit und Raum gegeben, um sich zu erklären. Diese Aussagen stehen dann zusammen mit der Beschwerde und dem Kommentar der Verbraucherschützer online.

Mit über 40 Prozent die häufigsten Beschwerden betreffen die Kennzeichnung von Produkten. Hier werde durch die Gestaltung und Verpackung des Produkts etwas vorgegaukelt, was das Produkt selbst gar nicht halten kann. So finden sich zwar wertvolle Früchte auf der Verpackung, aber nicht auf der Zutatenliste – außer in Konzentrat-, Aroma- oder Pulverform. Oft beschweren sich Verbraucher auch über die irreführenden Prädikate wie „Ohne Geschmacksverstärker Glutamat“. Ein Blick auf die Zutatenliste zeigt jedoch, dass ein geschmacksverstärkender Ersatzstoff wie Hefeextrakt verarbeitet wurde. Immerhin haben bereits 27 Hersteller auf die Beschwerden reagiert und ihre Produkte entsprechend geändert.

Erlaubt...

... sind dem Lebensmittelportal zufolge aromatisierte Früchtetees ohne echte Früchte. Die Abbildung sei lediglich ein Hinweis auf die Geschmacksrichtung, heißt es in den Regelwerken für Lebensmittel.

Auch die Bezeichnung Kalbswiener für Würstchen mit 53 % Schweine- und 15 % Kalbfleisch ist vollkommen rechtens.

Getäuscht...

... fühlten sich Verbraucher bei den Knusper-Flakes „Fitness“ von Nestlé, schließlich verspreche der Name und die schlanke Frauen-Silouette auf der Packung gesunden Genuss, doch in 100 Gramm stecken satte 372 Kalorien.

Auch beim Dany-Sahnepudding mit dunkler Schokolade werden Kakao-Gelüste geweckt. Tatsächlich stecken aber nur 2,3 % Schokolade drin, die dafür aber 70 Prozent Kakao enthält.

Geändert...

... haben unter anderem die Hersteller Lorenz und Onko ihre Rezepturen für Wasabi-Erdnüsse bzw. Kaffee. Nach Verbraucherbeschwerden steckt im Erdnussmantel nun tatsächlich Wasabipulver und der Kaffee besteht zu 100 Prozent aus Röstkaffee.

Von Stefanie Backs

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