Bei Verbrauchern keimt Optimismus auf

- Nürnberg - Das Vertrauen der Deutschen in den Aufschwung ist deutlich gestiegen. Nach zwei von Pessimismus geprägten Monaten habe sich die Verbraucherstimmung im Februar spürbar verbessert, teilte der Marktforscher GfK mit. GfK-Chef Klaus Wübbenhorst warnte angesichts der positiven Entwicklung vor neuen Steuerbelastungen. "Eine Diskussion über die Erhöhung der Mehrwertsteuer wäre Gift", sagte Wübbenhorst. Aus der Sicht des Hauptverbandes des Deutschen Einzelhandels signalisieren die neuesten Zahlen der GfK dagegen noch keine Entwarnung.

Die GfK-Indikatoren für die Konjunktur- und Einkommenserwartung zogen im Februar kräftig an. Die Bereitschaft zu größeren Anschaffungen verzeichnete das stärkste Plus seit der Einführung des Euro. "Die Verbraucher zeigen jetzt den Optimismus, der in der Wirtschaft schon seit längerem spürbar ist", sagte Wübbenhorst. Der jüngste Rückgang des Ifo-Geschäftsklimaindex sei dazu kein Widerspruch, da er vor allem mit dem starken Euro zusammenhänge. "Den Verbraucher interessiert dagegen, ob er mehr in der Lohntüte hat." Die Steuerreform vom Dezember habe sich auf vielen Lohn- und Gehaltszetteln Ende Januar erstmals ausgewirkt.<BR><BR>"Die Voraussetzungen dafür, dass es aufwärts geht, sind gegeben", sagte Wübbenhorst. Dennoch stagniere das Konsumklima insgesamt noch. Der Wille, Anschaffungen zu tätigen, sei zwar gestiegen, er werde jedoch noch nicht in Käufe umgesetzt. Entscheidend für eine Stabilisierung des Konsumverhaltens sei es daher, die Arbeitslosigkeit zu senken.<BR><BR>Die Konjunkturerwartung verbesserte sich im Februar um knapp 8 Punkte auf einen Wert von 2,0. Ein höherer Wert wurde zuletzt im September 2002 gemessen. Im Vorjahr war die Konjunkturstimmung um 28 Punkte schlechter bewertet worden. "Offensichtlich bewirken die konjunkturellen Signale auch ein Umdenken bei den Verbrauchern", berichtete die GfK. Überraschend deutlich um 14 Punkte erhöhte sich die Erwartung der Bürger an die Entwicklung der eigenen Einkommen. Der Wert kletterte auf minus 0,3 Punkte (Vorjahr: minus 20,9). Der Indikator Anschaffungsneigung wuchs um 16 Punkte, liegt mit minus 25,7 Punkten aber immer noch niedrig.<BR><BR>HDE-Hauptgeschäftsführer Hubertus Pellengahr sagte, das wachsende Verbrauchervertrauen mache sich noch nicht in steigenden Umsätzen bemerkbar. Um den Konsummotor wieder in Gang zu bringen, seien weitere Steuerentlastungen notwendig.<BR>

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