Verbraucherpreise ziehen an

München - Die Preise für Energie, Bildung und bestimmte Nahrungsmittel haben die Inflationsrate auf den höchsten Stand seit zwei Jahren getrieben. Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden gestern mitteilte, stiegen die Verbraucherpreise im September gegenüber dem Vorjahresmonat um 2,4 Prozent. Im Juli und August hatte die Teuerungsrate noch bei 1,9 Prozent gelegen.

Noch stärker als die allgemeine Inflationsrate steigen die Lebensmittelpreise. Laut Bundesamt waren Nahrungsmittel im September 2,7 Prozent teurer als im Vorjahr. Verbraucher bekamen die höheren Preise besonders bei Speisefetten und -ölen, Milchprodukten und Eiern zu spüren. So mussten sie für Butter 43,1 Prozent mehr bezahlen und für Quark 25,9 Prozent. Gemüse verbilligte sich dagegen um 5,9 Prozent.

In diesem Stil könnte es weitergehen. Der Vorsitzende der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie, Jürgen Abraham, sagte gestern in Köln, die Preise für wichtige Rohstoffe wie Getreide oder Milch sowie für Energie und Verpackungsmaterialien hätten sich extrem erhöht. Deshalb sei eine weitere Anpassung der Lebensmittelpreise erforderlich. Grund zur Panik gebe es für die Verbraucher aber nicht, betonte Abraham.

"Die Preise für Lebensmittel in Deutschland haben sich seit vielen Jahren unterdurchschnittlich entwickelt. Die gegenwärtigen Preisanpassungen tragen bisher nur dazu bei, diesen Abstand zu verringern." Im europaweiten Vergleich seien Lebensmittel in Deutschland nach wie vor sehr günstig.

Für die hohe Inflationsrate gibt es noch andere Gründe - vor allem den Ölpreis: Den Statistikern zufolge stiegen die Preise für Kraftstoff um 8,9 Prozent und für leichtes Heizöl um 3,1 Prozent. Allerdings sei das deutliche Plus darauf zurückzuführen, dass es bei diesen Erzeugnissen im Vorjahresmonat einen starken Preisrückgang gegeben habe.

Ein kräftiges Plus war schon im September auch beim Strompreis zu verzeichnen. Im Bereich Bildung setzte sich der starke Preisauftrieb der vergangenen Monate wegen der Studiengebühren fort. Im September sei deshalb ein Zuwachs von 27 Prozent zu verzeichnen gewesen.

Auch der Transport erhöhte die Teuerungsrate: Die Kosten fürs Autofahren sowie für Bus- und Bahnfahrten stiegen jeweils um 4,6 Prozent. 

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