+
Netzwerkkabelstecker leuchten in einer Netzwerkzentrale. Beim schnellen Internet werden Werbeversprechen nicht eingehalten. Foto: Felix Kästle

Schnelles Internet

Verbraucherschützer monieren unlautere Werbeversprechen

Berlin (dpa) - Die Verbraucherzentralen verlangen ein Ende unrealistischer Werbeversprechen beim schnellen Internet. "Das ist ein ganz klarer Missbrauch des Kundenvertrauens", sagte der Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv), Klaus Müller, der Deutschen Presse-Agentur.

Jüngste Messungen der Bundesnetzagentur, wonach Spitzengeschwindigkeiten bei Breitband-Anschlüssen meist nicht eingehalten würden, seien "die gelbe oder dunkelorangene Karte" für die Branche gewesen. Ändere sich die Praxis nicht blitzartig, sei der Gesetzgeber gefragt. Anbieter müssten Sanktionen finanziell spüren.

"Diese Form von Werbung ist nicht im Interesse des Kunden, der ja König sein soll", kritisierte Müller. Suggeriert werde etwas, das nicht der Fall sei. Die Netzagentur hatte Ende März nach Prüfungen von 160 000 Anschlüssen festgestellt, dass im Festnetz nur rund zwölf Prozent der Anschlüsse wirklich die beworbene Maximalgeschwindigkeit lieferten, bei Mobilfunkanschlüssen waren es nur fünf Prozent.

Der vzbv-Chef forderte einen Stopp von Werbung mit "verkleisterten Formulierungen", wonach Anschlüsse Übertragungsgeschwindigkeiten von "bis zu" einer bestimmten Anzahl von Megabit pro Sekunde erreichen. Dies bedeute, "ich weiß gar nicht, ob ich das kriege, womit geworben wird". Ein anderer Ansatz wäre, bei langsamer Übertragung automatisch die Gebühren für die Kunden zu senken: "In dem Moment, wo ich nur noch halb so schnell surfe, wie mir ursprünglich versprochen wurde, würde ich auch nur noch die Hälfte der Kosten zu zahlen haben."

Der Verbraucherschützer verwies auf das Ziel der Bundesregierung, das schnelle Internet flächendeckend auszubauen. "Dann aber bitte auch in der Qualität, die ehrlich, fair und transparent ist."

Bundesnetzagentur zu Ergebnissen der Geschwindigkeitsmessung

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Kartellamt will kleine Händler vor Amazon und Co. schützen
Macht Amazon kleineren Händlern den Garaus? Das Bundeskartellamt befürchtet genau das. Deswegen will Chef Andreas Mundt nun rechtzeitig Maßnahmen ergreifen und so „die …
Kartellamt will kleine Händler vor Amazon und Co. schützen
"Suchst Du Ärger?": China verbietet schräge Firmennamen
Chinas Regierung will für Ordnung im Firmenregister sorgen. Darunter leidet nun unter anderem ein Kondomhersteller mit einem enorm langen Namen.
"Suchst Du Ärger?": China verbietet schräge Firmennamen
Verkaufspläne für Air Berlin werden konkreter
Unter hohem Zeitdruck will sich Lufthansa große Teile der Air Berlin einverleiben. Schon in der kommenden Woche könnte nach einem Bericht alles klar sein.
Verkaufspläne für Air Berlin werden konkreter
Gericht stellt klar: Steuerzinsen sind nicht zu hoch
Steuerzahler sollten besser weiterhin pünktlich überweisen: Ein Gericht hat nun eine Klage gegen zu hohe Steuerzinsen abgewiesen.
Gericht stellt klar: Steuerzinsen sind nicht zu hoch

Kommentare