Verbraucherzentralen mahnen Banken wegen Kreditverkäufen ab

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Berlin (dpa) - Die Verbraucherzentralen gehen gegen den umstrittenen Weiterverkauf redlicher Immobilienkredite vor und haben fünf Banken abgemahnt. Diese Banken hätten rechtswidrige Klauseln in ihren Darlehensverträgen, mit denen die Verbraucher pauschal in den Verkauf von Krediten einwilligten.

Das teilte der Chef des Bundesverbands der Verbraucherzentralen, Gerd Billen, am Donnerstag in Berlin mit. "Diese Klauseln, durch die Kredite jederzeit verkauft werden können, unterwandern das Vertrauensverhältnis in die Bank und bergen enorme Risiken." Damit werde das Bankgeheimnis de facto abgeschafft. Die Verbraucherzentralen haben nach eigenen Angaben die Baden-Württembergische Bank, die ING-DiBa, die Deutsche Kreditbank, die Volksbank-Allgäu-West und die Westdeutsche Immobilienbank abgemahnt. Billen warnte, mit den Klauseln könnten auch Kredite verkauft werden, die regelmäßig bedient würden. Als Folge seien willkürliche Zwangsvollstreckungen durch die neuen Vertragspartner möglich.

Nach einer Studie des Instituts für Finanzdienstleistungen Hamburg im Auftrag der Verbraucherschützer haben Banken eine große Zahl nicht "fauler" Kredite ohne Zustimmung der Kreditnehmer an Investoren verkauft. Die große Koalition strebt Maßnahmen für mehr Sicherheit und Transparenz für redliche Kreditnehmer an. Hintergrund ist, dass Banken milliardenschwere Kredite - vor allem für Immobilien - verkauft haben, um Bilanzen zu sanieren. Dabei soll es Fälle mit neuen Gläubigern geben, die billig erworbene Kreditpakete schnell profitabel verwerten wollen und rasch Zwangsversteigerungen von Wohneigentum anordnen. Verkauft werden auch vertragsgerecht abgezahlte Kredite.

Verstöße gegen Verbraucherrechte werden in Deutschland anders als in anderen EU-Staaten meist durch die Verbraucherzentralen verfolgt.

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