Verdacht auf Preisabsprachen in Süßwarenbranche

Hamburg - Mehrere deutsche Süßwarenhersteller stehen im Verdacht, illegale Preisabsprachen getroffen zu haben. Bereits am vergangenen Donnerstag hätten Fahnder die Geschäftsräume von sieben großen Unternehmen der Branche durchsucht, berichtet die "Financial Times Deutschland".

Der Fokus habe auf Herstellern von Schokoladenprodukten gelegen. Entsprechende Informationen habe ein Kartellamtssprecher bestätigt. Betroffen waren dem Bericht zufolge unter anderem Milka-Hersteller Kraft Foods, der Schokoriegelspezialist Mars, Kitkat-Produzent Nestle sowie das Familienunternehmen Ritter. Weitere Unternehmen erhielten am Freitag Schreiben vom Kartellamt, dass Ermittlungen gegen sie laufen.

Hintergrund ist der starke Anstieg der Süßwarenpreise in den vergangenen Wochen. Dabei hatten mehrere Unternehmen fast zeitgleich angekündigt, ihre Preise anheben zu wollen. Nach Branchenschätzungen lagen die Erhöhungen im Schnitt bei zehn bis zwölf Prozent. Die Unternehmen begründeten die höheren Preise mit stark gestiegenen Rohstoffkosten. So zahlen Süßwarenhersteller heute etwa für Kakao oder Nüsse deutlich mehr als noch vor einem Jahr.

Kommt es zu einem Kartellverfahren, drohen den betroffenen Firmen hohe Strafen. Das Bußgeld beträgt maximal zehn Prozent des Jahreskonzernumsatzes. Zusätzlich kann das Kartellamt noch den sogenannten wirtschaftlichen Vorteil abschöpfen, den ein Unternehmen durch seine Kartellverstöße erlangt hat.

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