Verdacht auf Schweigegeld-Zahlungen bei Siemens

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München (dpa) - In der Siemens-Korruptionsaffäre ist nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" wiederholt Schweigegeld gezahlt worden. Die neue Konzernführung gehe dem Verdacht nach, dass Geld an ehemalige Mitarbeiter floss, die mit der Veröffentlichung illegaler Praktiken gedroht hätten.

Das berichtete die Zeitung am Mittewoch. Ein Siemens-Sprecher wollte sich dazu am Mittwoch unter Verweis auf die laufenden Ermittlungen nicht äußern. Auch bei der Staatsanwaltschaft München war keine Stellungnahme zu erhalten.

Der Verdacht auf Schweigegeld-Zahlungen beruht dem Bericht zufolge unter anderem auf Aussagen eines ehemaligen Managers der Siemens- Telekommunikationssparte (Com), der selbst ins Visier der Ermittler geraten sei. Er habe der Staatsanwaltschaft berichtet, ein Siemens- Abgesandter habe vor einigen Jahren in San Francisco 350 000 Euro in bar an den amerikanischen Vertrauten einer früheren Beraterin des Konzerns aus Syrien übergeben, hieß es. Die einstige Geschäftspartnerin habe Siemens über viele Jahre hinweg erpresst und damit gedroht, Informationen über Gesetzesverstöße an die US-Presse zu geben.

In einem anderen Fall geht es dem Bericht zufolge um einen früheren Com-Direktor, der schwarze Kassen betreut habe und nach seinem Ausscheiden bei Siemens einen hochdotierten Beratervertrag erhalten habe. Nachdem Zahlungen an ihn im Frühjahr 2006 gestoppt worden seien, habe der Manager damit gedroht, Details zu den Vorgängen offenzulegen. Einige Wochen später habe Siemens seinen Beratervertrag auf einen Schlag ausgezahlt, der Ex-Direktor habe fast 680 000 Euro erhalten, hieß es.

In der Siemens-Korruptionsaffäre geht es um 1,3 Milliarden Euro an dubiosen Zahlungen, die vermutlich größtenteils im Ausland als Schmiergeld eingesetzt wurden. Der Staatsanwaltschaft hätten mittlerweile mehrere Beschuldigte solche Vorgänge geschildert, denen die Konzernführung nun nachgehe. Dabei werde auch untersucht, ob die in solchen Fällen ausgegebenen Beträge zurückgefordert werden können, sei es von eigenen Managern oder von den Empfängern des Geldes. "Siemens prüft prinzipiell immer Schadenersatzansprüche", sagte ein Unternehmenssprecher dem Blatt.

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