Verdi: 9000 Menschen vom Kahlschlag bei der Allianz betroffen

- München - Aus Sicht der Gewerkschaft Verdi sind vom drastischen Stellenabbau der Allianz in Deutschland rund 9000 Menschen betroffen. Dies ergebe sich aus den Plänen des Unternehmens, insgesamt knapp 7500 Vollzeitstellen im Versicherungsgeschäft sowie bei der Allianz-Tochter Dresdner Bank streichen zu wollen, sagte Oliver Ostmann, der für Verdi im Aufsichtsrat des Versicherers sitzt. Sachverständige sollten nun im Auftrag des Betriebsrates ein Gegengutachten zu den Plänen des Unternehmens erstellen.

"Das ist ein durchaus übliches Instrument im Rahmen von Interessenausgleichsverhandlungen", sagte Ostmann. Hauptsächlich gehe es dabei darum, Alternativen zu den vorgesehenen Standortschließungen und zum Personalabbau zu entwickeln, die am Vortag Gerhard Rupprecht, der Chef der Allianz Deutschland AG, angekündigt hatte. Es würden sicherlich einige Monate zur Erstellung des Gegengutachtens benötigt. Aus rechtlicher Sicht dürfe die Allianz mit der Umsetzung der Maßnahmen erst beginnen, wenn ein Interessenausgleich entweder vereinbart oder gescheitert sei, sagte Ostmann.

Die Allianz hatte zugesagt, im Rahmen der Neuordnung bis mindestens Ende 2007 auf betriebsbedingte Kündigungen zu verzichten. Eine Ausdehnung dieser Zusage für die Folgejahre machte das Unternehmen vom Erreichen bestimmter Wirtschaftsziele abhängig. Betriebsbedingte Kündigungen wären insofern ab 2008 nicht ausgeschlossen. Bereits während der Verhandlungen über diesen Sozialplan habe die Allianz vorgeschlagen, die Zusage bis 2010 fortzuschreiben, wenn die Kostenquote um rund 30 Prozent gesenkt würde, sagte Ostmann. "Darauf konnten sich die Betriebsräte und Verdi natürlich nicht einlassen."

Dresdner in München  erwartet kaum Einschnitte

Bereits seit Monaten fordert die Gewerkschaft Verhandlungen über einen Zusatztarifvertrag für die Standort- und Beschäftigungssicherung. Vorstellbar sei im Rahmen eines solchen Zusatztarifvertrages eine generelle Arbeitszeitverkürzung für die rund 30 000 Beschäftigten sowie eine Verlängerung der Urlaubszeit. "So könnte es gelingen, die Menschen, die an Bord sind, auch an Bord zu halten."

Bei der Dresdner Bank in München geht man indes davon aus, dass es in der Region kaum Einschnitte personeller Art geben dürfte, hieß es aus der Geschäftsleitung.

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