Ärztliche Versorgung und Wetterchaos: Störungen auf der Stammstrecke

Ärztliche Versorgung und Wetterchaos: Störungen auf der Stammstrecke
+
Verdi versucht seit dem Frühsommer 2013 mit Arbeitskämpfen, einen Tarifvertrag bei Amazon auf dem Niveau des Einzel- und Versandhandels durchzusetzen. Foto: Uwe Zucchi

Verdi-Attacke auf Amazon zum 20. Jubiläum

Berlin - Amazon zelebriert sein 20. Jubiläum als Online-Händler. Aus Sicht der Gewerkschaft Verdi gibt es keinen Anlass zum Feiern. Sie kritisieren den Umgang des US-Konzerns mit seinen Mitarbeitern.

Die Gewerkschaft Verdi kontert die Jubiläumsfeiern beim weltgrößten Online-Händler Amazon mit Aktionen für Tarifabsicherung in Deutschland. 

"Die Beschäftigten haben nichts zu feiern", sagte Verdi-Vorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger in Berlin bei einem Treffen der Streikleiter aus den neun deutschen Amazon-Logistikzentren.

Seit zwei Jahren kämpften sie vergeblich um Tarifverträge für sichere Einkommen und geregelte Arbeitszeiten. Der Druck der Belegschaft auf die Unternehmensführung auch mit Streiks habe die Arbeitsbedingungen dennoch verbessert, ergänzte Nutzenberger.

Anlass für den Protest ist der 20. Jahrestag des ersten Buchverkaufs von Amazon, den der US-Konzern am Donnerstag feiert. Unter anderem gibt es dazu die Rabattaktion "Prime Day", bei der Kunden von Amazons kostenpflichtigem Abo-Dienst Prime rund 3000 Artikel in wechselnden Sonderangeboten günstiger bekommen können.

Verdi versucht seit dem Frühsommer 2013 mit Arbeitskämpfen, einen Tarifvertrag auf dem Niveau des Einzel- und Versandhandels durchzusetzen. Verhandlungen darüber lehnt Amazon aber strikt ab. Das Unternehmen sieht sich als Logistiker und verweist auf eine Bezahlung am oberen Ende des Branchenüblichen.

Verdi-Vorstand Nutzenberger sagte dagegen, Amazon führe einen Verdrängungswettbewerb gegen den stationären Einzelhandel - und zwar "mit der Zahlung von Einkommen, die unterhalb der Tarifstandards liegen". Verdi rief die Amazon-Kunden auf, die Forderung nach einem Tarifvertrag zu unterstützen.

Viele Amazon-Mitarbeiter wollten am Mittwoch mit T-Shirts zur Arbeit erscheinen, die den Aufdruck "Pro Amazon - Mit Tarifvertrag" tragen, und für eine Minute die Arbeit niederlegen. In Berlin erklärten die Streikleiter den von Amazon ausgerufenen "Prime Day" auf einem Transparent zum "Shame Day" (Tag der Schande). Ausgerechnet zum Jubiläum hätten viele Angestellte ihren Monatslohn im Juli nicht rechtzeitig bekommen, sagte Tim Schmidt, Ex-Betriebsratschef des nordrhein-westfälischen Amazon-Standorts Rheinberg. "Das ist respektlos gegenüber den Beschäftigten", kritisierte er.

dpa

Verdi zum Konflikt mit Amazon

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Gläubigerausschuss in Österreich entscheidet über Niki
Fast sechs Wochen ist es her, dass die Niki-Flugzeuge infolge der Air-Berlin-Pleite selbst am Boden bleiben mussten. Jetzt soll das juristische Tauziehen um die Airline …
Gläubigerausschuss in Österreich entscheidet über Niki
Abgasaffäre: Zwangsrückruf für Audi-Dieselmodelle
Audi muss nun auch Modelle mit V6-TDI-Motoren umrüsten. Das Kraftfahrt-Bundesamt hat verpflichtende Rückrufe dieser Fahrzeuge angeordnet. Es geht einmal mehr um …
Abgasaffäre: Zwangsrückruf für Audi-Dieselmodelle
Verdi macht Front gegen Aufspaltung von T-Systems
Berlin (dpa) - Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hat die geplante Aufteilung der Telekom-Sparte T-Systems in zwei Gesellschaften kritisiert.
Verdi macht Front gegen Aufspaltung von T-Systems
Aldi bricht ab Montag ein großes Rabatt-Tabu
Die Kunden wird es freuen, die Konkurrenz ins Schwitzen bringen: Aldi bricht ab Montag ein großes Rabatt-Tabu und startet eine noch nie dagewesene Aktion.
Aldi bricht ab Montag ein großes Rabatt-Tabu

Kommentare