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Fordert Steuern auf Gewinne ausländischer Konzerne in Deutschland: Verdi-Chef Frank Bsirske erhofft sich ein Umdenken.

“Müssen ran an Apple, Google und Ikea“

Verdi fordert Steuern auf Gewinne ausländischer Konzerne

Ausländische Konzerne sollen in Deutschland künftig vermehrt zur Kasse gebeten werden. Verdi-Chef Frank Bsirske fordert Steuern auch auf Gewinne von Apple, Ikea und Co.

Berlin - Verdi-Chef Frank Bsirske hat die künftige Bundesregierung aufgefordert, die Gewinne ausländischer Firmen in Deutschland mit einer Quellensteuer zu belegen. "Wir müssen ran an die Apples, Googles und Ikeas dieser Welt", sagte Bsirske dem Redaktions-Netzwerk Deutschland (Samstagausgaben). Die Bundesregierung dürfe sich dabei nicht von den Steuersenkungen in den USA beeinflussen lassen: "Ein Steuerwettlauf nach unten wäre der Versuch, der Politik eines Donald Trump hinterher zu hecheln."

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Bsirske wies darauf hin, dass sowohl Union als auch SPD Maßnahmen gegen Steuervermeidung befürworten. "Wenn sie das ernst meinen, dann wäre es an der Zeit, eine nationale Quellensteuer auf die Gewinne ausländischer Unternehmen einzuführen", sagte der Chef der Dienstleistungsgewerkschaft. "So verhindern wir, dass viel Geld am deutschen Fiskus vorbei an die Mutterkonzerne im Ausland weitergereicht werden kann."

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Mit Blick auf die Verhandlungen zur Bildung einer neuen großen Koalition forderte Bsirske von der SPD Flexibilität. "Wunschlisten sind schön und gut", sagte er. "Aber es wäre gut, sich in Erinnerung zu rufen, dass es hier nicht um die Formulierung des Programms einer SPD-Alleinregierung geht." Der Wählerauftrag sei klar: "Bildet eine Regierung!" Das Sondierungsergebnis habe zwar Schwächen, aber es enthalte auch "viele Punkte, die positiv sind und nicht ignoriert werden dürfen", sagte der Verdi-Chef.

afd

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