Ver.di droht mit Ausweitung der Streiks

Frankfurt - Keine Annäherung bei der dritten Runde im Tarifstreit der Banken. Die Vorstellungen über die Erhöhung der Gehälter liegen zu weit auseinander. Verdi droht, die Warnstreiks auszuweiten.

Eine Einigung im Tarifkonflikt bei privaten und öffentlichen Banken ist auch nach der dritten Verhandlungsrunde nicht in Sicht. Die Gespräche scheiterten am frühen Freitagmorgen nach 14-stündigen Verhandlungen vor allem an der Gehaltsfrage. “Verdi hat bis zuletzt auf Gehaltsforderungen in einer Höhe beharrt, die in der aktuellen Branchenlage nicht darstellbar sind“, sagte der Verhandlungsführer der Banken-Arbeitgeber, Ulrich Sieber.

Verdi fordert für die rund 220 000 Beschäftigten unter anderem eine Erhöhung der Gehälter um sechs Prozent. Die Arbeitgeber hatten bei den Verhandlungen in Frankfurt zuvor erstmals ein Angebot vorgelegt, das 4,2 Prozent mehr Gehalt in drei Stufen bis August 2014 vorsieht.

“Die Dimension des Gehaltsangebotes und die Verbindung dieses unzureichenden Angebotes mit dem Gesamtpaket ist völlig inakzeptabel und entspricht nicht unseren Vorstellungen und nicht den Vorstellungen der Beschäftigten“, erklärte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Beate Mensch. Daher habe die Tarifkommission beschlossen, das Angebot der Arbeitgeber abzulehnen.

Verdi beklagte, dass die Offerte auf 12 Monate gerechnet nur einer Gehaltserhöhung von 1,3 Prozent entspreche. Da das Angebot deutlich unterhalb der Inflationsrate liege, müssten die Beschäftigten damit einen Reallohnverlust hinnehmen. “Dieses Gehaltsangebot ist völlig unzureichend. Es liegt weit unterhalb der Abschlüsse in anderen Branchen und würde die Bankbeschäftigten noch weiter abkoppeln“, kritisierte Mensch.

Aus Sicht der Arbeitgeber wird die Offerte hingegen sowohl den Möglichkeiten der Unternehmen als auch den Interessen der Beschäftigten gerecht. Der Vorsitzende der Tarifgemeinschaft öffentlicher Banken, Thomas Christian Buchbinder, forderte deshalb: “Bei Verdi muss ein Umdenken einsetzen, sonst rückt ein Tarifabschluss in weite Ferne.“ Ein neuer Verhandlungstermin wurde zunächst nicht festgelegt.

Die Gewerkschaft kündigte an, ihre Mitglieder zu einer Ausweitung der Warnstreiks aufzurufen. Maßnahmen dazu sollen in den nächsten Tagen getroffen werden.

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