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Verdi fordert im Tarifkonflikt bei der Post eine Rückkehr ausgegliederter Paketzusteller in den Haustarifvertrag.

Entscheidung am Donnerstag

Bei der Post drohen unbefristete Streiks

Berlin - Bei der Post könnten bald wieder Tausende Briefe und Pakete liegenbleiben. Nach zuletzt wochenlangen Warnstreiks drohen die Zusteller diesmal mit unbefristeten Ausständen.

Die Gewerkschaft Verdi will die laufenden Tarifverhandlungen für rund 140 000 Beschäftigte für gescheitert erklären, wenn die Post ein Angebot bis Donnerstagnachmittag nicht annimmt.

"Wir haben der Deutschen Post AG ein umfassendes Gesamtpaket vorgelegt, das in der Lage ist, den schweren Tarifkonflikt zu befrieden", erklärte Verdi-Verhandlungsführerin Andrea Kocsis. "Die Konzerntarifkommission hat heute beschlossen, dass bei einer Ablehnung des Angebots durch die Deutsche Post AG die Tarifverhandlungen gescheitert sind."

Verdi fordert eine Rückkehr von mehr als 6000 ausgegliederten Paketzustellern in den Haustarifvertrag. Sie arbeiten derzeit für eine regionale Gesellschaft und werden dort nach dem in der Regel niedrigeren Tarif des Speditions- und Logistikgewerbes bezahlt. Die Post betont, dass dieser Tarifvertrag mit Verdi ausgehandelt sei.

Im Gegenzug für eine Rückkehr der Zusteller unter das Dach der Post will die Gewerkschaft für dieses Jahr auf eine lineare Lohnerhöhung verzichten. Sie schlägt allerdings eine Einmalzahlung von 500 Euro und ein Lohnplus von 2,7 Prozent im kommenden Jahr vor. Der Tarifvertrag hätte eine Laufzeit von 27 Monaten.

Die Post hatte auf das Angebot zunächst skeptisch reagiert, es aber nicht direkt abgelehnt. Das Unternehmen habe ein strukturelles Problem, weil die Löhne doppelt so hoch seien wie bei den Wettbewerbern, hatte Post-Personalvorstand Melanie Kreis betont. Im Schnitt würden Stundenlöhne von 17,70 Euro gezahlt. Das gefährde die Zukunft des Unternehmens. Das Angebot der Gewerkschaft bedeute zudem Mehrbelastungen von 250 Millionen Euro.

dpa

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