Löhne sollen angemessen sein

Verdi fordert sichere Jobs bei Karstadt

München - Nach dem Eigentümerwechsel bei der Warenhauskette Karstadt mahnt die Gewerkschaft Verdi den Schutz von Arbeitsplätzen und eine angemessene Bezahlung der Mitarbeiter an.

Es gehe um "existenzsichernde Einkommen" und "existenzsichernde Arbeitsbedingungen durch Tarifverträge", sagte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger am Montag im Bayerischen Rundfunk. Karstadt benötige ein "Zukunftskonzept", das tragfähig und nachhaltig sein müsse. "Dazu gehört: Wie müssen die Sortimente aussehen, wie sollen die Häuser an den einzelnen Standorten ausgerichtet sein, damit die Arbeitsplätze sicher sind."

Am Freitag hatte die Signa-Holding des österreichischen Immobilienunternehmers René Benko mitgeteilt, sie übernehme die verschuldete Warenhauskette Karstadt komplett. Medienberichten zufolge überwies Signa einen symbolischen Euro.

Der vorherige Karstadt-Eigentümer Nicolas Berggruen war von Arbeitnehmervertretern und Gewerkschaften scharf kritisiert worden. Sie warfen ihm mangelndes Engagement und zu geringe Investitionen in den Konzern vor. Nutzenberger bekräftigte im Bayerischen Rundfunk, die Belegschaft sei von Berggruen "bitter enttäuscht". Den neuen Besitzer Benko forderte sie zu Investitionen auf.

Karstadt-Aufsichtsratschef Stephan Fanderl hofft nach dem Eigentümerwechsel auf eine Beruhigung der Lage. "Das Unternehmen muss zur Ruhe kommen", sagte er dem "Handelsblatt" vom Montag. Nach der Übernahme durch Benko herrsche nun "endlich Klarheit". Es gebe aber auch viel zu tun.

Der Karstadt-Aufsichtsrat will die nächsten Schritte am Donnerstag besprechen. Laut einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" vom Wochenende droht bis zu 20 der 83 Filialen die Schließung. Die "Bild am Sonntag" berichtete, in Benkos Sanierungsplänen seien auch Entlassungen vorgesehen.

AFP

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