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Mit bundesweiten Warnstreiks wollen die Beschäftigten des Versicherungskonzerns ERGO einen Kurswechsel bei der Umsetzung seines geplanten Sparprogramms erreichen.

ver.di ruft ERGO-Beschäftigte zu Warnstreiks auf

Düsseldorf/München - Mit bundesweiten Warnstreiks wollen die Beschäftigten den Vorstand des Versicherungskonzerns ERGO zu einem Kurswechsel bei der Umsetzung seines geplanten Sparprogramms bewegen.

Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di rief für diesen Donnerstag zu Protesten an ERGO-Standorten unter anderem in München, Hamburg, Düsseldorf und Köln auf. In München erwartet die Gewerkschaft 10 000 und in Düsseldorf 3000 Teilnehmer, teilte ver.di am Dienstag mit. Der Unternehmensvorstand will fast 2000 Arbeitsplätze bis Ende 2010 streichen.

Nach Ansicht der Gewerkschaft rechtfertigt die wirtschaftliche Lage des Unternehmens keinen Stellenabbau. Noch im Mai 2008 sei an die Muttergesellschaft Münchener Rück eine Sonderdividende von einer Milliarde Euro ausgeschüttet worden. ver.di fürchtet, dass der Stellenabbau bei ERGO noch höher ausfallen könnte. Seine Beitragseinnahmen will der Versicherer bis 2012 auf eine Summe von 23 Milliarden Euro steigern (2007: 17,4 Mrd). Ein Drittel soll dabei aus dem Ausland kommen. Heute liegt der Anteil bei einem Fünftel.

Ende Juli hatte der ERGO-Vorstand ein rigoroses Programm zu Kostensenkung angekündigt. Insgesamt will der zweitgrößte deutsche Erstversicherer 180 Millionen Euro im Jahr einsparen. Im Einzelnen sehen die ERGO-Pläne vor, 1570 Arbeitsplätze abzubauen und weitere 360 derzeit unbesetzte Stellen komplett zu streichen. Gegenwärtig beschäftigt die ERGO-Versicherungsgruppe mit den Marken Hamburg- Mannheimer, Victoria, DKV und DAS bundesweit 20 000 Menschen.

dpa

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