+
Ein Paket in einem Amazon-Logistikzentrum auf einem Transportband. Foto: Henning Kaiser

Wieder Verdi-Streiks bei Amazon in Bad Hersfeld

Auf ein Neues: Im osthessischen Bad Hersfeld hat die Gewerkschaft Verdi eine neue Streikwelle beim Online-Versandhändler Amazon eingeläutet. Der Ausstand soll bis Mittwochabend andauern. Das Unternehmen versichert: Alle Pakete kommen trotzdem pünktlich an.

Bad Hersfeld (dpa) - Am Dienstag haben mehrere hundert Beschäftigte bei Amazon in Bad Hersfeld ihre Arbeit niedergelegt.

Die Gewerkschaft Verdi hatte zu den Streiks aufgerufen und setzt damit ihren Arbeitskampf mit dem Online-Versandhändler fort. Der Ausstand in dem Versandzentrum habe mit der Nachtschicht am Dienstag begonnen und ende am Mittwoch mit der Spätschicht, teilte Verdi mit.

Nach Angaben einer Gewerkschafts-Sprecherin streikten bis zum Dienstagnachmittag knapp 500 Mitarbeiter. "Das ist eine ganz gute Beteiligung", sagte sie. In Bad Hersfeld sind aktuell etwa 2800 Menschen beschäftigt. 

Eine Amazon-Sprecherin sagte hingegen: "Die Mehrzahl der Mitarbeiter beteiligt sich nicht, weil sie bereits sehr attraktive Angebote und sehr gute Löhne bekommt." Für die Kunden des Onlinehauses seien keine Beeinträchtigungen zu erwarten: Sie könnten sich darauf verlassen, dass Amazon Päckchen pünktlich ausliefere. Man werde auf das Netzwerk von 28 Versandzentren in ganz Europa zurückgreifen.

Es ist der erste Streik in diesem Jahr am Standort im osthessischen Bad Hersfeld. In Leipzig war bereits Mitte Januar gestreikt worden. Auch am vergangenen Freitag legten Beschäftigte dort die Arbeit nieder. Dies sollte der Beginn einer neuen Streikwelle über Ostern sein. Weitere deutsche Standorte seien am Dienstag und Mittwoch von den Streiks nicht betroffen, sagte die Verdi-Sprecherin.

Die Gewerkschaft will den deutschen Ableger des Branchen-Riesen aus den USA zur Aufnahme von Tarifverhandlungen zu den besseren Bedingungen des Einzel- und Versandhandels zwingen. Amazon lehnt das strikt ab und verweist darauf, dass sich die Bezahlung der Mitarbeiter am oberen Bereich der Logistikbranche orientiere.

Das Unternehmen reagierte zuletzt gelassen auf die Streiks und erklärte, die Kunden würden ihre Bestellungen pünktlich bekommen. Der Tarifkonflikt zwischen Gewerkschaft und Versandhändler hatte im Frühjahr 2013 begonnen.

Amazon-Standorte in Deutschland

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Lettlands Zentralbankchef bestreitet Vorwürfe
Riga (dpa) - Lettlands Zentralbankchef Ilmars Rimsevics hat die gegen ihn erhobenen Korruptionsvorwürfe zurückgewiesen und will trotz Rücktrittsforderungen …
Lettlands Zentralbankchef bestreitet Vorwürfe
Bitburger verkauft weniger, Umsatz stabil
Mit höheren Bierpreisen will die Bitburger Braugruppe ihre Erlöse steigern. Dafür nimmt sie vorübergehend Absatzeinbußen in Kauf. Im Ausland hat der Brauer aus der Eifel …
Bitburger verkauft weniger, Umsatz stabil
EU droht USA mit Strafzöllen auf Whiskey und Motorräder
Die EU rüstet sich für einen möglichen Handelskonflikt mit den USA. Sollte Washington die eigene Industrie mit unfairen Methoden vor europäischer Konkurrenz schützen, …
EU droht USA mit Strafzöllen auf Whiskey und Motorräder
Dax kann Gewinne erneut nicht behaupten
Frankfurt/Main (dpa) - Der Dax kämpft weiter um eine stabilere Erholung. Wie schon tags zuvor gab der deutsche Leitindex seine anfänglichen Gewinne schnell wieder ab. …
Dax kann Gewinne erneut nicht behaupten

Kommentare