Ver.di-Urabstimmung über Lufthansa-Tarifeinigung hat begonnen

Frankfurt/Main - Bei der Gewerkschaft ver.di hat am Mittwoch die Urabstimmung über die Tarifeinigung mit der Lufthansa begonnen. Obwohl Mitglieder bereits im Vorfeld Widerstand angekündigt hatten, rechnet die Gewerkschaft mit breiter Zustimmung.

"Wir erwarten eine deutliche Mehrheit", sagte ver.di-Sprecher Harald Reutter am Mittwoch. Die Urabstimmung läuft eine Woche bis einschließlich nächsten Dienstag (12.8.). Das Ergebnis will ver.di einen Tag später bekanntgeben. Nötig sind mindestens 25 Prozent Zustimmung der teilnehmenden Gewerkschaftsmitglieder.

Ver.di und die Fluggesellschaft hatten sich am vergangenen Freitag nach fünf Tagen Streik geeinigt, die Gehälter der gut 50 000 Beschäftigten am Boden und in der Kabine in zwei Schritten anzuheben. Rückwirkend zum 1. Juli gibt es 5,1 Prozent mehr, ab dem 1. Juli 2009 weitere 2,3 Prozent.

Innerhalb der Gewerkschaft ver.di rief das "Netzwerk für eine kämpferische und demokratische ver.di" die Mitglieder am Mittwoch erneut auf, bei der Urabstimmung den Tarifkompromiss abzulehnen. Die Gewerkschaftsspitze müsse "zu einer Politik im Interesse der Basis zurückkehren", forderte das Netzwerk, das nach eigenen Angaben bundesweit "einige hundert Unterstützer" hat. "Diese Gruppe ist bei 2,3 Millionen Mitgliedern eine verschwindend kleine Minderheit", sagte Reutter von ver.di.

Die Lufthansa-Piloten drohen trotz der Schadenersatzdrohung der Fluggesellschaft weiter mit Warnstreiks in den nächsten Tagen. Ein konkretes Datum haben sie bislang nicht genannt. Cockpit fordert eine Konzernpersonalvertretung bei Deutschlands größter Fluggesellschaft. Die Lufthansa warnt Cockpit vor Aktionen, gegen die die Fluggesellschaft notfalls gerichtlich bis hin zur Forderung von Schadenersatz vorgehen will: Mit Warnstreiks bei den Piloten der Lufthansa-Mutter rechne die Fluggesellschaft nicht, "weil dies nicht zulässig wäre". Bei einem Warnstreik der gut 3500 Piloten der Lufthansa AG könnte es zu massiven Verspätungen im Luftverkehr kommen.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Analyse: Viele Haushalte mussten mehr heizen
Eschborn (dpa) - Wegen der kühlen Witterung in den Wintermonaten des Jahres 2016 mussten viele Haushalte in Mehrfamilienhäusern laut einer Analyse mehr heizen als im …
Analyse: Viele Haushalte mussten mehr heizen
Stromnetz nicht vorbereitet für Ausbreitung von E-Autos
Der Bund erwartet eine EU-Quote für Elektroautos - doch das ächzende deutsche Stromnetz ist auf eine massenhafte Verbreitung von E-Mobilen gar nicht vorbereitet. Eng …
Stromnetz nicht vorbereitet für Ausbreitung von E-Autos
Dobrindt wirbt für Umtauschprämien der Autobauer
Damit die Luft in Städten besser wird, sollen alte Diesel runter von der Straße - das war ein Ergebnis des Dieselgipfels. Autobauer bieten Prämien für Kunden, die sich …
Dobrindt wirbt für Umtauschprämien der Autobauer
Machnig zu Wöhrl-Angebot: Air Berlin braucht mehrere Partner
Der Bund hält nichts von einer Komplett-Übernahme der insolventen Fluggesellschaft Air Berlin durch den Nürnberger Unternehmer Hans Rudolf Wöhrl.
Machnig zu Wöhrl-Angebot: Air Berlin braucht mehrere Partner

Kommentare